1. NRW
  2. Städte
  3. Kaarst

Kaarst: Im Alter Gemeinschaft erleben

Kaarst : Im Alter Gemeinschaft erleben

55 Mitarbeiter und rund 25 Ehrenamtlichen vom Sozialen Dienst bemühen sich im Caritashaus St. Aldegundis um die Integration der Bewohner in die Hausgemeinschaft. Eine Trennung nach Gesundheitszuständen gibt es nicht.

Wenn morgens um 8 Uhr die Frühstückszeit beginnt, sind die meisten Bewohner im Caritashaus St. Aldegundis bereits auf den Beinen. Viele Senioren sind Frühaufsteher und stärken sich für den Tag.

Ein leerer Magen regt den Geist beim Gedächtnistraining am Vormittag nur schwer an. Im Aldegundisheim, ein Haus mit 100-jähriger Geschichte, leben 80 Bewohner. Es gibt 64 Einzel- und acht Doppelzimmer, vor dem Einzug sind sie nur mit Bett und einem Kleiderschrank eingerichtet. Alles Weitere bringen die Bewohner mit: Tisch, Teppich, Sofa, Fernseher – was sie eben zum Wohlfühlen brauchen.

Therese Klother wohnt seit Anfang des Jahres dort. "Ich kannte das Haus bereits vorher, bin hier gerne in die Cafeteria gegangen", sagt die 88-Jährige. Nun kann sie sich rund um die Uhr von den "freundlichen und gefälligen Mitarbeitern" verwöhnen lassen.

Mit Christine Eicker und drei weiteren Damen hat sie zu den Mahlzeiten einen Stammplatz direkt am Fenster. Die Frauen essen immer gemeinsam und unterhalten sich dabei. Auch die Gymnastikgruppe und das Gedächtnistraining besuchen sie zusammen.

Das Motto des Hauses haben die Damen verinnerlicht: "Den Menschen sehen, Gemeinschaft erleben". Es steht auch für das Konzept des nach großem Umbau im Oktober 2009 wieder eröffneten Aldegundisheims. "Viele Angebote finden in der Eingangshalle statt. Nur was sichtbar ist, zieht die Bewohner auch an", sagt Pflegedienstleiterin Katja Hof.

Das Haus bietet verschiedene Bewegungsgruppen an, einen Singkreis, Filmnachmittage, Gottesdienste, Gartentherapie und einen Kaffeeklatsch. Zweimal die Woche besucht Hündin "Miss Marple" die Bewohner. Kulturelle Ausflüge, Kunstausstellungen im Haus, Autorenlesungen, jahreszeitliche Feste, Kontakte zu den Kindergärten und zwei Urlaubsfreizeiten im Jahr sorgen für Abwechslung.

Die Bewohner bringen sich auch selbst ein. "Einer hat eine Bewegungsgruppe initiiert, ein anderer suchte Mitspieler für Rummikub und hat jetzt auch eine Gruppe gebildet", sagt Heimleiter Heinz-Werner Vetten.

Die 55 Mitarbeiter und rund 25 Ehrenamtlichen vom Sozialen Dienst bemühen sich um die Integration der Bewohner in die Hausgemeinschaft. Gedrängt wird aber niemand. Eine Bewohnerin sei früher sehr aktiv gewesen und reiste in der Welt herum. "Heute sagt sie, dass sie es genieße, einfach aus dem Fenster zu schauen", sagt Vetten.

Das Aldegundisheim ist nicht nach Abteilungen und Gesundheitszuständen aufgeteilt. "Die Experten streiten darüber, ob das die richtige Form ist. Wir sind aber stolz darauf, dass wir das durchgesetzt haben", sagt Katja Hof.

(NGZ)