Kaarst: Ikea-Umzug: Neuss hat Bedenken

Kaarst : Ikea-Umzug: Neuss hat Bedenken

Die Neusser Stadtverwaltung kritisiert die Verkehrsplanung für das neue Gewerbegebiet Hüngert II. Auch Fragen zur möglichen Bedrohung des Einzelhandels im Norden und in der City seien noch nicht geklärt, heißt es.

Kaarst/Neuss Ein möglicher Verkehrskollaps, Bedrohung für den bestehenden Einzelhandel: Die Befürchtungen, die die Entwicklung des Gewerbegebiets Hüngert II und der damit verbundene Ikea-Umzug hervorrufen, sind so alt wie die Planungen des Kaarster Generationenprojekts selbst. Und: Sie sind überall dieselben, in Holzbüttgen und Kaarst wie im Norden von Neuss und in der City.

Gegen die vom Kaarster Planungsausschuss beschlossenen Flächennutzungsplanänderungen hat die Stadt Neuss jetzt im Rahmen der Beteiligung zum Bauleitplanverfahren erneut "erhebliche Bedenken" geltend gemacht. Das wiederum überrascht die Stadt Kaarst. Immerhin, sagt Isolde Schröder aus dem Bereich des Technischen Beigeordneten Manfred Meuter, habe es erst im Sommer Gespräche zwischen den Kommunen gegeben. Die nun angebrachten Vorbehalte zum Thema Verkehr und Handel seien dabei nicht mitgeteilt worden. Jetzt würden die entsprechenden Punkte, speziell im Bereich Verkehr, vom Gutachter noch einmal geprüft.

Für den Neusser Planungsdezernenten Christoph Hölters steht derweil fest: Das hätte längst passieren können. Die Auswirkungen auf den Verkehr, insbesondere auf der Viersener Straße (L 390) und dem Holzbüttgener Weg, seien nach wie vor unklar, sagt er, und das habe die Stadt Neuss in der Vergangenheit auch deutlich gemacht.

Das Planungsbüro "Runge und Küchler" hat für die genannten Straßen bislang keine erhöhte Nutzung vorausgesagt. Kaarster Bürger, so die Analyse, würden das neue Ikea-Haus wahrscheinlich doppelt so häufig frequentieren wie die Neusser. Das hält die Stadt Neuss für unrealistisch. Schließlich sei die Neusser Nordstadt nicht weiter entfernt als weite Teile von Kaarst, heißt es. Unklar sei zudem, wie Schleichverkehre aus der angrenzenden Morgensternsheide herausgehalten werden sollen.

Punkt zwei: "Wegen der direkten Nachbarschaft des neuen Ikea-Hauses zu den nördlichen Neusser Stadtteilen könnten zentrale Versorgungsbereiche der Stadt unmittelbar betroffen sein", sagt Hölters. "Das Gegenteil ist bislang nicht belegt. Wir gehen aber davon aus, dass das spätestens bis zum nächsten Verfahrensschritt, also bis zur Offenlegung der Flächennutzungspläne, geschieht."

So ähnlich sieht das auch die Neusser CDU. "Wir sind dem Projekt Hüngert gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen, aber es gibt eben auch Fragen, die geklärten werden müssen", sagt Fraktionschef Jörg Geerlings. So gesehen befinde man sich an einem ganz normalen Punkt innerhalb eines planungsrechtlichen Verfahrens. Planungsausschussmitglied Karl Heinz Baum sagt allerdings auch: "Der Rat der Stadt Kaarst ist über die Neusser Bedenken hinweggegangen. Überrascht kann deshalb jetzt niemand sein."

(NGZ)
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