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Kaarst: Ikea-Umzug: Das sagen die Kaarster

Kaarst : Ikea-Umzug: Das sagen die Kaarster

Im Auftrag des Förderkreises Holzbüttgen hat das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid die Haltung der Kaarster zum Umzug von Ikea und den Plänen für das Gewerbegebiet Hüngert II erfragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ: 1000 Menschen aus allen Stadtteilen gaben ihre Einschätzung ab.

Was wissen die Kaarster tatsächlich über das in Holzbüttgen geplante "Ikea-Gewerbegebiet" Hüngert II und — was denken sie darüber? In der vergangenen Woche hat der Förderkreis Holzbüttgen mit TNS Emnid eines der deutschlandweit größten Meinungsforschungsinstitute mit einer repräsentativen Umfrage beauftragt.

Franjo Rademacher ist Vorsitzender des Förderkreises Holzbüttgen und der CDU Büttgen. Foto: Lber

1000 Bürger aus allen Kaarster Ortsteilen wurden dafür in persönlichen Telefon-Interviews über ihre Meinung zu Ikea und Hüngert befragt. Jetzt liegen die Ergebnisse vor. Diese, sagen die Emnid-Wissenschaftler, bilden ein nahezu einhundertprozentig objektives Meinungsbild aller Kaarster ab. Der Unsicherheitsfaktor liege bei 1,5 Prozent. Die Umfrage, so die Intention des Förderkreises, soll der Politik helfen, "richtige, bürgergestützte Entscheidungen" zu fällen. Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt.

Entscheidungshilfe?

Heute Abend befassen sich die Mitglieder des Haupt- und Planungsausschusses in einer gemeinsamen Sitzung mit den Hüngert-Planungen. Wenn es nach dem Willen der Verwaltung geht, sollen sie erste formale Entscheidungen auf dem Weg zur Realisierung des Kaarster "Generationenprojekts" treffen. Konkret geht es dabei um die Änderung des Flächennutzungsplans und die Verabschiedung der Rahmenplanung.

Franjo Rademacher, Vorsitzender des Förderkreises Holzbüttgen und CDU-Ortsverbandschef in Büttgen, fragt: "Wie ist gewährleistet, dass die Politik die Bürgermeinung kennt und nicht den Fehler macht, an den Bürgern vorbei zu entscheiden, wo doch Bürgernähe von Politik und Verwaltung hier ausdrücklich gewollt ist? Ich gestehe, auch mir ging angesichts der kontroversen Diskussionen ein wenig das Gefühl verloren, wie die Bürger wirklich denken." Deshalb die Umfrage.

Die Ergebnisse bezeichnet Rademacher als zum Teil "sehr überraschend". Zum Beispiel: Davon, dass im süd-östlichen Teil von Kaarst und in Holzbüttgen das größte zusammenhängende Gewerbegebiet der Stadt entstehen soll, haben 27 Prozent der Befragten noch überhaupt nichts gehört beziehungsweise sie sind nicht interessiert. 73 Prozent sind unterschiedlich stark informiert, 10 Prozent davon sind eingehend unterrichtet und kennen wesentlich Inhalte.

Bürgermeister Franz-Josef Moormann betont die Bedeutung des Projektes für die wirtschaftliche Zukunft der Stadt. Das sehen die Kaarster offenbar genauso. Die Frage "Wie wichtig ist es ihrer Meinung nach für Kaarst, sich mit der Schaffung des Gewerbegebietes Hüngert für die Zukunft wirtschaftlich zu rüsten und finanziell unabhängig zu bleiben?", beantworten 85 Prozent aller Bürger mit "sehr wichtig/eher wichtig", 11 Prozent mit "eher unwichtig/völlig unwichtig" (Ergebnis Holzbüttgen: 78 Prozent "wichtig", 20 Prozent "unwichtig").

Zur Frage "Wie wichtig ist Ihnen der Erhalt von Ikea in Kaarst als Markenzeichen der Stadt?", sagen 79 Prozent aller Befragten "sehr wichtig/eher wichtig", 20 Prozent §eher unwichtig/völlig unwichtig" (Ergebnis Holzbüttgen: 75 Prozent "wichtig", 25 Prozent "unwichtig").

Dabei spielt aber auch die Optik eine Rolle. Auf die Frage "Wie wichtig ist für Sie, dass das neue Gewerbegebiet durchgrünt, kleinteilig strukturiert und durch Firmen mit guter Architektur attraktiv gemacht wird?", entgegnen 79 Prozent "sehr wichtig/eher wichtig", 18 Prozent mit "eher unwichtig/völlig unwichtig" (Ergebnis Holzbüttgen: 83 Prozent "wichtig", 15 Prozent "unwichtig").

Parteiübergreifender Konsens?

"Die Ergebnisse zeigen völlig klar und objektiv, wie die große Mehrheit der Kaarster Bürger denkt und in welche Richtung sie Entscheidungen von der Politik erwartet", sagt Rademacher. "Interessant ist für mich nach der Analyse der Ergebnisse, wie gerade die CDU bereits im Vorfeld, nach harten internen Diskussionen, die Hand am Puls der Bürger hat, wie sie Bürgermeinung ernst nimmt und einen Änderungsantrag auf die Beine gestellt hat, der vieles davon aufnimmt, was jetzt durch die Umfrage klargeworden ist."

Den Antrag der Union, die ursprünglich geplante Gewerbegebietsfläche von 50 Hektar um circa ein Viertel zu reduzieren, hält Rademacher in seiner Funktion als Vorsitzender der Büttgener CDU für "einen Schritt in die richtige Richtung". "Mein großer Wunsch", sagt er, "wäre jedoch ein parteiübergreifender Konsens, denn dieses Projekt ist zu wichtig für parteipolitische Ränkespiele und Profilierungen."

Info Gemeinsame Sitzung des Haupt- und Planungsausschusses, heute, 18 Uhr, Bürgerhaus, Clubraum 3; alle Informationen unter www.foerderkreis.holzbuettgen.info; Meinung sagen — per E-Mail an foerderkreis@holzbuettgen.de

(NGZ/rl)