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Kaarst: Ikea-Pläne: Bürger dürfen ihre Meinung sagen

Kaarst : Ikea-Pläne: Bürger dürfen ihre Meinung sagen

Zunächst wird der Bebauungsplan für das Möbelhaus-Areal ausgelegt, dann soll es einen Informationstag für die Bürger geben.

Können Kunden in knapp vier Jahren im neuen Ikea-Haus im Gewerbegebiet "Kaarster Kreuz" einkaufen? Frank Stubenrauch, Projektleiter des schwedischen Möbelunternehmens, hält einen Baubeginn in zwei oder drei Jahren für realistisch. Die Baugenehmigung werde beantragt, sobald die "äußere Erschließung", zu der im Wesentlichen die verkehrliche Anbindung gehört, vorhanden ist. Im Planungsausschuss ging es jetzt wieder ein kleines Stückchen vorwärts: Gegen die Stimmen von Grünen und UWG wurde der Beschluss zur frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit gefasst.

Zuvor war ein erneuter Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst worden — Christopher Küas, Fachanwalt für öffentliches Baurecht in der Kölner Kanzlei CBH, hatte diesen formalen Schritt empfohlen: "Im Vergleich zum Aufstellungsbeschluss von 2010 haben sich die Plangebietsgrenzen nicht unwesentlich verändert. Deshalb ist es ratsam, den Aufstellungsbeschluss jetzt neu zu fassen." Küas erklärte, Bedenken seien bereits berücksichtigt worden, und gab ein konkretes Beispiel: "Die Stadt hat das Baufenster reduziert, so dass die Möglichkeiten, den Baukörper zu variieren, nicht mehr so groß sind."

Direkt neben dem Ikea-Grundstück soll ein Teil der Ausgleichsfläche in Form einer Streuobstwiese umgesetzt werden. "Wir sind froh, dass wir hier angekommen sind", freute sich Stubenrauch. Und er gab Folgendes zu verstehen: "An der Größe des Gebäudes, der Verkaufsfläche von 25 500 Quadratmetern, wird sich nichts ändern. Wenn an der einen Ecke etwas dazu kommen sollte, wird an der anderen Seite etwas weggenommen."

Was bislang nicht so ganz klar war: Stubenrauch bestätigte, dass es zwei Bauabschnitte geben werde. Zunächst sollen rund 18 500 Quadratmeter Verkaufsfläche geschaffen werden. In einem zweiten Bauabschnitt zu einem späteren Zeitpunkt könnten dann noch rund 7000 Quadratmeter hinzukommen. Zunächst wird Platz geschaffen für rund 1400 Kunden-Autos.

Stubenrauch verriet jetzt, dass später ein Parkdeck mit weiteren 500 Plätzen angedacht sei. Das machte die Ausschussmitglieder hellhörig. "Gibt es ein Beispiel für so ein Parkdeck?", wollte Günther Kopp (FDP) wissen. Doris Maage von Ikea erklärte, dass es woanders derzeit keine zweigeschossige Parkmöglichkeit gebe. Die Konstruktion in Stahlbauweise werde nur rund drei Meter hoch und wirke durchaus ansprechend, erklärte Stubenrauch. "Man sieht dieses Parkdeck eigentlich kaum", sagte Doris Maage, die versprach, den Einsatz modernster Energiespartechniken zu prüfen: "Nachhaltigkeit ist eine der vier Ecksäulen des Unternehmens." So werde ausschließlich Ökostrom zum Einsatz kommen. Stubenrauch widersprach Claudia Koeppe von den Grünen, die gegen den Umzug von Ikea sind: "Obwohl die Arbeitsvorgänge am neuen Standort optimiert werden können, wird die Zahl der Arbeitsplätze steigen."

(barni)