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Ikea in Kaarst evakuiert: So geht es nach Sturm Friederike weiter

Schäden nach Sturm "Friederike" : Bei Ikea in Kaarst sucht man jetzt den Schuldigen

Sturmtief "Friederike" hat am Donnerstag das Ikea-Einrichtungshaus in Kaarst so sehr beschädigt, dass es evakuiert werden musste. Der Neubau war erst im Oktober eröffnet worden. Warum war das Gebäude derart anfällig?

Am Morgen danach war bei Ikea in Kaarst fast alles wie immer — wären nicht die deutlich sichtbaren Schäden am Dach des Hauptgebäudes und die dort hantierenden Handwerker gewesen. Während innerhalb des Gebäudes schon wieder schwedische Frikadellen und Regale verkauften wurden, war außerhalb Schadensbegutachtung angesagt.

"Die Dachfläche und die betroffenen Bereiche werden durch Handwerksfirmen kontrolliert", sagte Sprecherin Chantal Gilsdorf. Schon am Donnerstagnachmittag wurden beschädigte Bleche an der Fassade zurückgebaut - wie auch Teile des Dachs, das in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Über die Verantwortung für die Schäden mutmaßten Kunden und User bereits am Donnerstag im Internet, das Unternehmen sagte dazu am Freitag: "Wir untersuchen aktuell noch die genaue Ursache der Schäden. Entsprechend können wir zurzeit noch nicht sagen, was genau der Auslöser war und wie hoch die Kosten für die Reparatur sein werden."

Der Ärger war den Verantwortlichen dennoch anzumerken. Man sei in Gesprächen mit allen am Bau der schadhaften Konstruktion beteiligten Unternehmen. "Wichtig ist für uns, dass sich eine solche Situation nicht wiederholt. Daher werden wir genau analysieren, was die Ursachen waren und für eine entsprechende Instandsetzung Sorge tragen", sagte Sprecherin Gilsdorf.

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Noch mehr als die Reparaturkosten dürfte das schwedische Unternehmen der Verlust eines fast kompletten Umsatztages schmerzen. Ikea kalkuliert in Kaarst mit täglich rund 8000 Kunden. Schon rund eine halbe Stunde, nachdem das Einrichtungshaus am Donnerstag um zehn Uhr öffnete, ertönte am Donnerstag die Durchsage zur Zwangsräumung.

"Nach der ersten Durchsage ertönten die Piepser der Notausgänge, die in allen Bereichen von den Angestellten geöffnet wurden. Danach lief eine automatisierte Durchsage in mehreren Sprachen vom Band und forderte alle Kunden und Angestellten auf, das Haus zu verlassen", schilderte Augenzeuge Peter Knipp aus Grevenbroich die Situation.

250 Kunden und rund 120 Mitarbeiter befanden sich zu diesem Zeitpunkt im Haus. Die Evakuierung verlief nach Angaben der stellvertretenden Hausleiterin, Sabine Quentin, "sehr ruhig und geordnet". Die Kunden hätten sehr verständnisvoll reagiert. Diese Schilderung bestätigt auch Augenzeuge Knipp.

Dass die Schäden überhaupt bemerkt wurden, ist laut Ikea einem Mitarbeiter der Haustechnik zu verdanken. Der hatte das Gebäude seit den Morgenstunden immer wieder kontrolliert und schließlich Quentin und die Hausleitung informiert. Nach einer Besprechung wurde die Räumung angeordnet.

Bis zum Donnerstagabend war unklar, ob das Möbelhaus am Freitag wieder öffnen würde. Erst um kurz nach 18 Uhr verkündete eine Sprecherin, dass die Schäden abgesichert worden seien, es bestehe keine Gefahr für Mitarbeiter oder Kunden.

Kaarst war am Donnerstag längst nicht der einzige Ikea-Standort mit Sturmproblemen. Auch in Erfurt musste das Unternehmen am Nachmittag sein Einrichtungshaus schließen, außerdem entstanden an der Haus-Fassade in Hamm und auf dem Parkdeck in Bielefeld Sturmschäden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Ikea in Kaarst nach starken Sturmschäden evakuiert

(cbo)