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Kaarst: Ikea: Förderkreis in der Kritik

Kaarst : Ikea: Förderkreis in der Kritik

CDU, SPD und Stadtverwaltung kritisieren Äußerungen des Vorsitzenden des Förderkreises Holzbüttgen, Franjo Rademacher, in Bezug auf die Rahmenplanung für das künftige Gewerbegebiet Hüngert.

Die Kritik reicht von "nicht korrekten Behauptungen" (Stadtverwaltung), über das "Erwecken falscher Eindrücke" (CDU) bis hin zur "gezielter Verunsicherung der Anwohner" (SPD).

Dass — auch nach drei Workshops mit "Rundumbeteiligung" — in der Frage darüber, in welche Richtung sich "das" Kaarster Zukunftsprojekt entwickelt, nach wie vor Konfliktpotenzial steckt, beweisen Reaktionen auf ein Interview, das die NGZ in der vergangenen Woche mit Franjo Rademacher, Vorsitzender des Förderkreises Holzbüttgen und CDU-Ortsverbandschef in Büttgen, geführt hat.

In diesem spricht Rademacher in seiner Funktion als Vereinsvorsitzender u.a. von einem "Durchprügeln der Rahmenplanung" und vom "weltgrößten Ikea", das in Kaarst entstehen soll. Außerdem stellt er einen Forderungskatalog für das weitere Vorgehen bei der Planung des Gewerbegebiets auf. Dagegen regt sich Widerstand.

Während die SPD von "Horrorszenarien" sowie einer "Hetzkampagne gegen die Planungen und Ikea" spricht, betonen Bürgermeister Franz-Josef Moormann und Wirtschaftsförderer Dieter Güsgen: Dass sich der Förderkreis aktiv in die Diskussion um den Rahmenplan einbringe, sei "Sinn und Zweck der gerade laufenden Bürgerbeteiligung". Ähnlich sieht das auch die Union. Die CDU-Fraktion begrüße das Engagement des Förderkreises im Zusammenhang mit der Rahmenplanung, sagt Fraktionschefin Dorothea Zillmer.

Das Ringen um die richtige Richtung sei unerlässlich. Inhaltlich gesehen hagelt es dennoch Kritik, und zwar von allen genannten Seiten. Von einem "Durchprügeln der Rahmenplanung" könne angesichts der umfangreichen Bürgerbeteiligung keine Rede sein, heißt es.

CDU-Stadtverbandschef Lars Christoph will dem Eindruck entgegen treten, dass die vom Förderkreis aufgestellten Forderungen in der bisherigen Beratung keine Berücksichtigung gefunden haben: "Erstens: Eine Eingrünung der Ikea-Gebäudeseiten, die in Richtung Büttgen und Holzbüttgen zeigen, ist nicht umstritten, sondern von allen Beteiligten als notwendig bezeichnet worden", sagt er. "Zweitens: Eine nachhaltige Grünplanung, die u.a. auch dazu dienen muss, die an das Gewerbegebiet angrenzende ländlich geprägte Landschaft zu schützen, steht ebenfalls bereits auf der Agenda." Die CDU-Fraktion habe dazu bereits in den letzten Ausschusssitzungen klar gemacht, dass die Einzelheiten der Grünplanung zwingend in den weiteren Bebauungsplanverfahren konkretisiert werden müssen.

"Einig", so Christoph, "ist man sich auch bei dem Ziel, die heute bereits bestehenden ungeordneten Gewerbegebietsteile zu ordnen und ansprechend zu gestalten." Problem hierbei seien allerdings die bestehenden Eigentums- und Mietverhältnisse. Die Stadt habe an dieser Stelle nur eingeschränkter Einflussmöglichkeiten. Dass das Verkehrskonzept in einigen Detailpunkten noch einer Optimierung bedürfe, sei indes Konsens. "Hierzu finden parallel zur Rahmenplanung Besprechungen mit den beauftragten Verkehrsplanungsbüros statt, in denen die noch offenen Punkte gelöst werden."

Nicht korrekt, sagen sowohl CDU, SPD als auch die Verwaltung unisono, sei auf jeden Fall die Behauptung, Ikea plane für Kaarst das "weltgrößte" blau-gelbe Einrichtungshaus. Nach derzeit in der Stadtverwaltung bekanntem Planungsstand gehe Ikea im Endausbau von einer Verkaufsfläche von 25 500 Quadratmetern mit 1780 Parkplätzen (35 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche) aus, sagt Dieter Güsgen. "Das entspricht nach Angaben des Unternehmens den Mindestanforderungen eines Ikea-Möbelhauses nach heutigem Standard. Das größte Ikea-Haus mit 55 200 Quadratmetern Bruttogeschossfläche steht in Stockholm. Das größte deutsche Ikea-Haus findet man in Berlin-Lichtenberg mit 43 000 Quadratmetern BGF."

Info Bürgerinformationsveranstaltung zur Rahmenplanung, Donnerstag, 21. Juli, 19 Uhr, Albert-Einstein-Forum

(NGZ/rl)