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Kaarst: Hundehaltung wird teurer

Kaarst : Hundehaltung wird teurer

Der Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschuss hat einer Änderung der Hundesteuersatzung zugestimmt. Das heißt: Hundehalter zahlen in Kaarst künftig mehr für ihre Vierbeiner. Und die Kampfhundesteuer kommt.

2321 Hunde leben derzeit in Kaarst. Oder besser gesagt: 2321 Hunde sind derzeit in Kaarst gemeldet – große, kleine, dicke, dünne, echte "Der tut nix"-Exemplare aber auch welche, von denen theoretisch jedenfalls eine erhöhte Gefahr ausgeht. Aus Sicht von Verwaltung und Politik steckt in den Vierbeinern jedenfalls finanzielles Potential. Als Beitrag zur Konsolidierung des städtischen Haushalts sollen nicht nur die Steuern für den "herkömmlichen" Erst-, Zweit- und Dritthund erhöht, sondern erstmals auch Abgaben für sogenannte Kampfhunde eingeführt werden.

Damit die Verwaltung weiß, wie viele Kampfhunde genau in Kaarst gehalten werden, wird – mangels entsprechender Personalkapazitäten bei der Stadt – ein externes Unternehmen eine Bestandsaufnahme liefern. Der Haupt-, Wirtschafts- und Finanzausschuss hat die Verwaltung gestern Abend mit der Vergabe beauftragt und eine Neufassung der Hundesteuersatzung beschlossen. Letztere muss noch dem Rat vorgelegt werden. Durch die Hunde-Inventur sollen außerdem all jene "illegalen" Vierbeiner aufgespürt werden, die steuerlich bislang noch nicht veranlagt sind. Kämmerer Heinz-Dieter Vogt rechnet mit einem Hunde-Plus von zehn Prozent. Die Kosten – 12 760 Euro.

Für Kaarster Hundehalter bedeuten die Entscheidungen nun Folgendes: Anstatt bislang 72 Euro für den Erst-, 90 Euro für den Zweit- und 108 Euro für den Dritthund zahlen sie künftig 77, beziehungsweise 95, beziehungsweise 113 Euro. Der kreisweite Durchschnitt liegt derzeit bei rund 77 Euro (91 Euro, 106 Euro). Rommerskirchener Hundehalter etwa kostet der Ersthund 60 Euro, Grevenbroicher 102 Euro.

Kampfhunde sollen in Kaarst künftig mit 300 (Ersthund) beziehungsweise 400 Euro veranlagt werden. Neusser Kampfhundehalter zum Beispiel entrichten 534 Euro für das erste Tier, Rommerskirchener 240 Euro. Anja Rüdiger, Fraktionsvorsitzende der UWG, kritisierte, dass die Kaarster Kampfhundesteuer im Kreisvergleich zu niedrig sei. Die SPD hatte in den Etatvorberatungen beantragt, die Steuer für den ersten "normalen" Hund wegen des sozialen Aspekts besonders für ältere Menschen nicht zu erhöhen. Gründe und UWG sprachen sich für eine höhere Kampfhundesteuer aus.

(NGZ)