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Kaarst: „Hully-Gully“ mit Herz

Kaarst : „Hully-Gully“ mit Herz

Kaarst Bratwurststand und Backfisch, Kitschbude und Kettenkarussell, Longdrinks und Lebkuchenherzen - wer am Samstag und Sonntag an den rund 200 Buden vorbeischlenderte, hatte das Gefühl, auf einer Kirmes zu sein.

Doch das war nur der erste Eindruck. Denn die neunte Auflage des Stadtfestes Kaarst total zeigte sich im gewohnten Gewand.

Foto: Lothar Berns

Und dazu gehört neben den üblichen Kirmesangeboten so einiges mehr. Fast die Hälfte aller Aussteller waren Kaarster Unternehmer. Da wurden Bad-Armaturen gezeigt, Versicherungen präsentierten sich und ihre Dienstleistungen.

Hübsche Mädels verteilten Flyer, und am Sonntag konnten Kunden in den City-Geschäften einkaufen. "Die Kaarster sind bei ihrem Stadtfest mit Herz dabei", sagte gestern Bürgermeister Franz-Josef Moormann.

Wirtschaftsförderer Dieter Güsgen brachte ein Beispiel: "Sascha Dücker hat uns kurzfristig noch die Band Babaji geholt. Eigentlich war sie schon für einen anderen Termin vergeben. Aber da Dücker mit seiner Heimatstadt verbunden ist, hat er sich ins Zeug gelegt und Babaji in Kaarst auf die Bühne gebracht."

Was Kaarst total von einer Kirmes unterschied, waren neben den drei Großbühnen die vielen kleinen Feinheiten. So zum Beispiel der Lauf der Sportgemeinschaft Kaarst, bei dem allein 70 ehrenamtliche Helfer im Einsatz waren, um die Laufstrecke frei zuhalten.

Ein Kaarster hatte sich von der Teilnahme am Kaarst total-Lauf auch nicht davon abhalten lassen, dass er auf seinen Nachwuchs aufpassen musste. Das Baby im Buggy, der Läufer schiebend hinterher - dafür gab es dann auch einen schönen Pokal als Preis außer der Reihe.

Auch die Trecker-Parade mit historischen Gefährten, die der Optiker Gerd Schulten durch die City rattern ließ, sorgte für Abwechslung.

"Letzte Woche war das hier noch eine komplette Ruine", sagte Thomas Schumacher von der Firma "bad kompass". An seinem Stand war ein "Air Stream" aufgebaut, ein amerikanisches Fahrzeug aus Chrom aus dem Jahr 1960. "Wir haben hier mit sechs Personen mindestens 80 Stunden poliert, um das Gefährt blinken zu lassen."

Das Stau-Syndrom zeigte sich schon am Samstag Abend. Für Kaarst total ein gutes Zeichen, denn es handelte sich um einen besonderen Stau: Vor allem an der Sparkassen-Bühne war es teilweise nur mit freundlichem Fragen oder einsatzfreudigen Ellenbogen möglich, vorwärts zu kommen.

Denn obwohl kein Parade-Wetter war, kamen doch wieder rund 150 000 Besucher nach Kaarst total.

Und was passiert bei Kaarst total 2008? Schließlich wird dann ein runder Geburtstag gefeiert. Vielleicht der Zeitpunkt, um einmal am Konzept des Festes etwas zu verändern.

"Möglich wäre es, den Stadtpark mit einzubeziehen. Oder eine vierte Bühne zu installieren. Aber das sind zurzeit alles nur Gedankenspiele", so Dieter Güsgen. Initiativkreissprecher Stefan Hügen hatte gestern schon konkretere Pläne - nämlich für die Hügen-Bühne.

"Wir wollen im kommenden Jahr den gesamten Platz mit einem Schirm vor Regen oder Sonne schützen." Dort waren schon jetzt zwei Schirme aufgebaut. "Der 1000-Quadratmeter-Schirm würde rund 20 000 Euro kosten", überschlägt Hügen.

(NGZ)