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Kaarst: Hüngert II soll kleiner werden

Kaarst : Hüngert II soll kleiner werden

Ursprünglich sollte das Hüngert II-Gebiet 50 Hektar groß werden. Jetzt will die Union das Gesamtentwicklungsgebiet um fast ein Viertel reduzieren. Auch die Verkehrsplanung wurde überdacht.

Fast ein Viertel kleiner als bislang geplant soll es nun werden, das neue Ikea-Gewerbegebiet am Kaarster Kreuz — jedenfalls, wenn es nach dem Willen der CDU-Ratsfraktion geht.

Die Union geht mit einigen grundlegenden wie überraschenden Änderungsvorschlägen in Bezug auf das "Kaarster Jahrhundertprojekt" in die Beratungen des Haupt- und Planungsausschusses. Beide Ausschüsse werden sich am kommenden Mittwoch in einer gemeinsamen Sitzung mit den Planungen zum Gewerbegebiet Hüngert II befassen. Auch die Einbahnstraßenregelung am Ende der Siemensstraße lehnt die CDU jetzt ab.

Mit diesen deutlichen Veränderungen in Einzelpunkten reagiere die Union auf Bedenken und Anregungen aus der Bürgerbeteiligung, sagt Fraktionschefin Dorothea Zillmer. Die CDU bekenne sich zum Gesamtprojekt und wolle nun die nächsten Verfahrensschritte, wozu die Offenlage der Flächennutzungsplanänderungen gehöre, zügig auf den Weg bringen. Intern sind die Vorschläge aber wohl auch ein Kompromiss, der auf intensiven Gesprächen unter anderem mit dem Förderkreis Holzbüttgen und dessen Vorsitzenden Franjo Rademacher, zugleich CDU-Ortsverbandschef in Büttgen, beruht.

Zu groß und zu voll — vor allem die Befürchtung, dass das neue "Super-Gewerbegebiet" unverhältnismäßig viel landwirtschaftliche Fläche schlucken und allein schon wegen seiner Größe das Wesen des Ortsteils Holzbüttgen negativ verändern könnte, bereitet den Holzbüttgenern Sorge.

Ursprünglich sollte das Hüngert II-Gebiet 50 Hektar groß werden — nicht von heute auf morgen, aber irgendwann. Jetzt sagt die CDU: Rund 38 Hektar reichen aus. "Wir wollen die Gesamtentwicklungsfläche um circa 12 Hektar, was fast einem Viertel entspricht, verkleinern", erklärt CDU-Stadtverbandschef Lars Christoph. "Der südwestliche Teil des Entwicklungsgebietes wird daher von uns nicht weiterverfolgt."

Auch mit dem umstrittenen Thema Verkehr hat sich die CDU noch einmal auseinandergesetzt. "Die Einbahnstraßenregelung am Ende der Siemensstraße lehnen wir ab. Stattdessen soll die Siemensstraße für Rechtsabbieger aus dem Bruchweg geöffnet werden", sagt Christoph.

Zwar sei es nachvollziehbar, dass wegen der beabsichtigten strikten Trennung der Fahrbeziehungen ein Linksabbiegen am Ende der Siemensstraße Richtung Ikea ausgeschlossen werden müsse und daher auch ein Kreisverkehr keine Option darstelle. Die CDU halte es jedoch für wichtig, dass die Verkehre aus dem Bereich des Bruchwegs auf dem bisherigen Weg nach Büttgen abfließen könnten und nicht zu Fahrten durch Holzbüttgen gezwungen würden.

Was die Verkehrserschließung betrifft, soll aus Sicht der Union nach der ersten Gewerbegebietserweiterungen erneut geprüft werde, ob Änderungen notwendig und sinnvoll sind. "Sollten die weiteren Entwicklungen zeigen, dass etwa eine komplette Öffnung der Siemensstraße oder andere Maßnahmen angezeigt sind, wird die CDU dafür eintreten, hierauf flexibel zu reagieren."

(NGZ)