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Kaarst: "Hüngert II kein Bürostandort"

Kaarst : "Hüngert II kein Bürostandort"

Die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU traf sich am Dienstag zum Gespräch mit dem Bürgermeister, um über kommunal- und kreispolitische Themen zu sprechen. Die NGZ hat Fragen und Antworten zusammengefasst.

Einsatz für die Belange des Mittelstandes vor Ort: Das hat sich die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU auf die Fahnen geschrieben. In diesem Fall setzt Einsatz vor allem Kommunikation voraus — zwischen Kreis, Kommune und Politik auf der einen und Unternehmern auf der anderen Seite.

In Kaarst findet deshalb in der Regel einmal im Jahr ein Gespräch des MIT-Vorstandes mit Bürgermeister Franz-Josef Moormann statt. Gestern traf sich die Runde im Kaarster Rathaus. Für den Kreis nahm Jürgen Steinmetz, Allgemeiner Vertreter des Landrats, teil. Die NGZ hat einige Fragen und Antworten aus der MIT-Runde zusammengefasst.

Was wird für kleinere, mittelständische Unternehmen in Bezug auf "Hüngert II" getan? (Markus Steins) Franz-Josef Moormann: "Da gibt es eine Leitentscheidung im gerade verabschiedeten Rahmenplan. Die weitere Planung sieht kleinere Grundstücke und mehr Flexibilität vor. Damit wollen wir kleineren Unternehmen entgegenkommen."

Gibt es in Kaarst Überlegungen, die Gewerbesteuer zu erhöhen? (Jens Hartmann) Franz-Josef Moormann: "Nein."

Existiert eine klare Zielsetzung, wie die verbleibenden 380 000 Quadratmeter — abzüglich der Ikea-Fläche — im künftigen Gewerbegebiet "Hüngert II" genutzt werden sollen? Käme zum Beispiel ein Bürostandort infrage? (Franjo Rademacher) Franz-Josef Moormann: "Grundsätzlich habe ich nichts gegen eine Ziel- und Strukturdefinition. Als Bürostandort hat Kaarst allerdings keine Chance. Düsseldorf ist diesbezüglich einfach schon sehr stark besetzt. Um ein Anforderungsprofil an die Unternehmen sollten wir uns kümmern, wenn wir die Bauleitpläne haben.

Die Verwaltung hat eine "Filiale" in Büttgen, die Geld kostet. Wie weit sind die Überlegungen gediehen, das Technische Rathaus zu schließen und ans Haupthaus anzuschließen? (Thorsten Schmitter) Franz-Josef Moormann: "Betriebswirtschaftlich würde ich es mir wünschen, dass alle Mitarbeiter der Verwaltung an einer Stelle sind.

Das Problem ist: Ein An- oder Umbau in Kaarst würde sicher mehrere 100 000 Euro kosten. Oder wir müssten eine Mietlösung finden. Wirtschaftlicher wäre das nur, wenn es eine ertragreiche Alternativnutzung für das Rathaus in Büttgen gäbe. Wir wollen aber auch dessen Integrationsfunktion — mit Saal und Galerie — erhalten."

Der Rhein-Kreis ist gegen die Schaffung neuer Heimplätze in einer vierten Altenpflegeeinrichtung in Kaarst. Gibt es Überkapazitäten? (Markus Steins) Jürgen Steinmetz: "Im Moment nicht, aber: Angebot schafft Nachfrage. Wenn die Nachfrage dann aus den Nachbarkommunen bedient wird, geht es trotzdem zu unseren finanziellen Lasten."

Woran liegt es, dass die Gewerbegrundstückspreise in Kaarst so hoch sind? (Heijo Drießen) Dieter Güsgen: "Grundstückspreise richten sich immer auch nach Angebot und Nachfrage. Und das Angebot in Kaarst ist nun einmal begrenzt. Abgesehen davon ist Kaarst ein Top-Standort mit Top-Verkehrsanbindung."

(NGZ)