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Kaarst: "Hubertusstraße" als gutes Beispiel

Kaarst : "Hubertusstraße" als gutes Beispiel

Für die Stadt ist das Büttgener Neubaugebiet nicht nur ein Erfolgs-, sondern auch ein Zukunftsprojekt. Wohnraum – vor allem öffentlich geförderter – wird in den nächsten Jahren knapp. Die NGZ wirft in den kommenden Tagen einen Blick auf den Kaarster Wohnungs- und Grundstücksmarkt.

Für die Stadt ist das Büttgener Neubaugebiet nicht nur ein Erfolgs-, sondern auch ein Zukunftsprojekt. Wohnraum — vor allem öffentlich geförderter — wird in den nächsten Jahren knapp. Die NGZ wirft in den kommenden Tagen einen Blick auf den Kaarster Wohnungs- und Grundstücksmarkt.

Vor gut eineinhalb Jahren glitt der Blick noch über rund 30 000 Quadratmeter unberührten Büttgener Boden. Heute stehen an der Hubertusstraße bereits die ersten bezugsfertigen Eigenheime. Im kommenden Jahr will die GWG (Gemeinnützige Wohungs-Genossenschaft) Neuss dort neben weiteren Doppelhäusern 54 Mietwohnungen errichten. Für Kaarst ist das Neubaugebiet Hubertusstraße damit nicht nur ein Erfolgs-, sondern auch ein Zukunftsprojekt.

Die Entwicklung des Wohnungsmarktes ist für Verwaltung und Politik nämlich ein entscheidender Faktor, wenn es um die Planung der nächsten 20 bis 30 Jahre geht. Wie sich eine Kommune entwickelt, ob sie veraltet und schrumpft oder sich verjüngt und wächst, hängt entscheidend von der Frage ab, ob, wo und wie es sich in einer Stadt wie Kaarst alters-, anspruchs- und einkommensgerecht leben lässt. Die NGZ wirft deshalb in den kommenden Tagen einen Blick auf den Kaarster Wohnungs- und Grundstücksmarkt.

Die Verwaltung geht nach der Auswertung mittel- und langfristiger Prognosen derzeit davon aus, dass die Einwohnerzahl in Kaarst bis zum Jahr 2030 von derzeit 41 841 (Ende 2010) auf 37 990 sinken könnte. Der Wohnraumbedarf — auch das wird vorausgesagt — wird dennoch steigen, weil immer mehr Menschen in Ein- und Zweipersonenhaushalten leben werden. Heißt: Die Nachfrage nach Haus- und Wohnungsangeboten für die "klassische" Familie nimmt langfristig ab. Darauf müssen sich Wohnungswirtschaft und -politik jetzt einstellen. Mittlerweile schätzt die Verwaltung, dass, wenn nicht gegengesteuert und neuer Wohnraum geschaffen beziehungsweise vorhandener umfunktioniert wird, künftig ein deutlicher "Nachfrageüberhang" entsteht. Noch merken nur wenige Kaarster etwas von diesem Problem.

Weil die Bauzinsentwicklung in der Vergangenheit günstig war und — vornehmlich im Ein- und Zweifamilienhausbereich — viel gebaut wurde, ist die Lage aktuell "noch entspannt". Fakt ist aber auch: Der Bestand an Mietwohnungen für Einkommensschwächere, etwa für kinderreiche Familien, Alleinerziehende oder eben auch Rentner, ist schon jetzt extrem knapp.

Einen ersten Schritt in die Zukunft hat die Stadt an der Hubertusstraße gemacht: Ein Teil der Mietwohnungen, die die GWG errichtet, soll öffentlich gefördert sein.

(NGZ/jul)