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Kaarst: Holzbüttgen: Politik ist gegen Bauverdichtung

Kaarst : Holzbüttgen: Politik ist gegen Bauverdichtung

Grundstückseigentümer der Stichstraßen nördlich der Nordkanalallee wollen im rückwärtigen Bereich ihrer Gärten bauen.

Bauliche Verdichtung im innerörtlichen Bereich ist eine Alternative zur Ausweisung immer neuer Baugebiete auf der "grünen Wiese". Jetzt wurde ein entsprechender Antrag im Planungsausschuss mit den Stimmen von CDU und Zentrumspartei gestoppt. Mehrere Grundstückseigentümer der Stichstraßen nördlich der Nordkanalallee sind daran interessiert, im rückwärtigen Bereich ihrer bis zu 1200 Quadratmeter großen und 70 Meter tiefen Gärten zu bauen, ein konkreter Bauantrag liegt vor. Der Antragsteller muss jetzt seine Pläne aufgeben. Er bekommt aber die Möglichkeit, sein bestehendes Haus zu erweitern.

Wie unterschiedlich die Meinungen waren, machte Uwe Grünkemeier von der UWG deutlich: "Ich find's klasse, hier wird maßvoll verdichtet, das können wir nur begrüßen." Lars Christoph (CDU) sagte wenig später: "Wir halten hier eine bauliche Nachverdichtung nicht für sinnvoll." Was der CDU nicht gefällt: Nur einige Grundstückseigentümer würden profitieren, was zulasten der übrigen Nachbarn gehen würde. Elke Beyer (SPD) gestand: "Das macht mich ein bisschen sprachlos. Die Regionalplanung zielt auf eine Verdichtung im Innenbereich ab. Wo wollen Sie denn verdichten?" Der mögliche Bau von 14 Häusern sei als maßvoll zu bezeichnen. "Mir war klar, dass es 1000 Argumente gibt, so was zu verhindern."

Horst Blechschmidt (FDP) gab zu verstehen, dass der von der CDU vorgebrachte Gerechtigkeitsgedanke nicht von der Hand zu weisen sei. Seine Empfehlung: Mit den zwei von der Verwaltung erarbeiteten Planvarianten in die Bürgerbeteiligung zu gehen, um zu erfahren, wie die Anwohner zu den Plänen stehen. Und er machte einen Vorschlag: Zwei Nachbarn könnten ihr Grundstück zusammenlegen, um eine Bebauung zu ermöglichen, wie sie bei den Eckgrundstücken ohne weiteres möglich sei.

"Es gibt Lösungen, es wird aber schwierig, wenn der Nachbar mit ins Boot genommen werden soll", erklärte Planungsamtsleiter Bruno Nelles. Claude Köppe (Grüne) empfahl, auf detaillierte Festsetzungen zu verzichten und mit den Plänen in die Bürgerbeteiligung zu gehen: "Wir sollten nicht von hier aus entscheiden, wie die Menschen dort wohnen und bauen." Der Ausschussvorsitzende Marcel Schulze Bomke-Vossschulte (CDU) erklärte, die CDU habe sich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Er sieht unter anderem Probleme bei der geordneten städtebaulichen Erschließung. Mit sieben zu acht Stimmen wurde der Beschlussvorschlag gekippt, wonach die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit hatte beschlossen werden sollen. Die CDU setzte sich mit ihrem Antrag durch. Die Verwaltung wird beauftragt, ein Bebauungsplanverfahren einzuleiten mit den Zielen, den Bestand sowie die Erweiterungsmöglichkeiten der bestehenden Häuser zu sichern und im rückwärtigen Bereich der Stichstraßen Wohnnutzung auszuschließen – hier sollen nur Garagen und Nebenanlagen erlaubt sein.

(barni)