1. NRW
  2. Städte
  3. Kaarst

Hitze macht Flora und Fauna zu schaffen

Trockenheit in Kaarst : Hitze macht Flora und Fauna zu schaffen

Um Tiere über die heißen Tage zu bringen, kann man immerhin mit Schalen voll Wasser aushelfen.

Fast täglich klettert das Thermometer derzeit auf dreißig Grad und darüber – Abkühlung in Form von Regen ist nicht in Sicht. Darunter leiden nicht nur die Menschen, sondern auch die heimische Tier- und Pflanzenwelt: „Die Auswirkungen sind massiv und dramatisch“, stuft Ulrike Silberbach von Naturschutzbund Deutschland (Nabu), Ortsverbad Kaarst, die Situation ein.

Die Biologin beobachtet, dass in den Gärten nur noch wenige Vögel anzutreffen sind, da sie viel zu wenig zu trinken finden. „Meine große Bitte: Wasserschalen aufstellen, sie gut pflegen und täglich auffüllen“, appelliert sie an alle Gartenbesitzer und Liebhaber der gefiederten Gesellen. Bei Amseln zeigt sich der extreme Wassermangel daran, dass sie aktuell bis zu einem Zentimeter tief die Würmer im Boden aufpicken müssen. „Normalerweise reicht es ihnen, ein bisschen zu kratzen und zu wühlen, um an Futter zu kommen“, erklärt Ulrike Silberbach.

Um Amseln und auch Rotkehlchen zu unterstützen, bieten sich neben dem Wasser getrocknete Mehlwürmer an, die es in Gartencentern zu kaufen gibt. „Damit kann man gut zufüttern“, sagt die Biologin. Es seien auch sehr wenige Mauersegler und Rauchschwalben unterwegs – sie haben wohl ihre Brut großgezogen und durch die feuchtere Luft herrsche ein größerer Insektenmangel. Diese Nahrungsgrundlage fehlt ihnen. Bei Spaziergängen ist Silberbach das veränderte Verhalten der Krähen aufgefallen. Auf der Suche nach Nahrung hielten sie nur noch eine geringe Fluchtdistanz zu den Menschen ein, um ihre Energien zu schonen. Sie fliegen erst im letzten Moment weg.

Auch die Zahl der Schmetterlinge wird sinken. Durch die Wärme schlüpfen sie zwar schneller, aber es gibt nicht genügend Futter. Denn die Raupen fressen Pflanzen wie beispielsweise wilde Möhren, die aktuell Mangelware sind. Dass Gras und Zierpflanzen unter der großen Trockenheit leiden, ist kein Geheimnis. Wenn sie nicht längst kaputt gegangen sind, hilft hier nur gießen, gießen und nochmals gießen. Ulrike Silberbach betont: „Viele Tiere erleben durch diese extreme Trockenheitsperiode ein dramatisches Leid – hier sollte jeder wenigstens durch das Aufstellen von Wasser zu helfen versuchen!“