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Peter Hesse nimmt an Kinderkonferenz der Vereinten Nationen teil: "Hilfe muss von unten nach oben wachsen"

Peter Hesse nimmt an Kinderkonferenz der Vereinten Nationen teil : "Hilfe muss von unten nach oben wachsen"

Die "Peter-Hesse-Stiftung für Eine Welt" mit dem Slogan "Solidarität in Partnerschaft" wird 18 Jahre alt, also sozusagen volljährig. Der Stiftungsgründer darf mit dem Erfolg zufrieden sein. Er hat soeben eine Broschüre herausgegeben, in der er die Erfolgsgeschichte der Stiftung Revue passieren lässt - Adressaten sind unter anderem namhafte Entwicklungshilfe-Experten in den großen UNO-Unterorganisationen wie Unicef, Unesco und Weltbank: Personen, die Peter Hesse persönlich kennt. Im September wird der Wahl-Büttgener an der Kinderkonferenz der Vereinten Nationen teilnehmen: Peter Hesse ist mit seiner "Peter Hesse Stiftung für Eine Welt" als Nicht-Regierungsorganisation bei UNO-Veranstaltungen akkreditiert - ein Zeichen für die weltweite Wertschätzung seiner Entwicklungshilfe-Arbeit zugunsten von Kindern. NGZ-Foto: L. Berns -->

Die "Peter-Hesse-Stiftung für Eine Welt" mit dem Slogan "Solidarität in Partnerschaft" wird 18 Jahre alt, also sozusagen volljährig. Der Stiftungsgründer darf mit dem Erfolg zufrieden sein. Er hat soeben eine Broschüre herausgegeben, in der er die Erfolgsgeschichte der Stiftung Revue passieren lässt - Adressaten sind unter anderem namhafte Entwicklungshilfe-Experten in den großen UNO-Unterorganisationen wie Unicef, Unesco und Weltbank: Personen, die Peter Hesse persönlich kennt. Im September wird der Wahl-Büttgener an der Kinderkonferenz der Vereinten Nationen teilnehmen: Peter Hesse ist mit seiner "Peter Hesse Stiftung für Eine Welt" als Nicht-Regierungsorganisation bei UNO-Veranstaltungen akkreditiert - ein Zeichen für die weltweite Wertschätzung seiner Entwicklungshilfe-Arbeit zugunsten von Kindern. NGZ-Foto: L. Berns -->

Worüber der Wahl-Büttgener sich allerdings besonders freut: Vom 19. bis zum 21. September nimmt er an der Kinderkonferenz der Vereinten Nationen (UN) teil. Es war einmal ein junger Mann, mit dem es das Schicksal gut gemeint hat: Er besuchte ein namhaftes Internat, wurde Diplom-Kaufmann im Unternehmen, das seine Vorfahren gegründet hatten. Er liebt das Leben und ganz besonders die Musik. In Haiti lernte er zwar die von ihm so geschätzte afrikanische und karibische Musik kennen, aber auch bittere, kaum vorstellbare Armut. Peter Hesse sollte diese Eindrücke, die er aus ärmlichen Hütten in seine Wohlstands-Welt mitgenommen hatte, nicht vergessen.

Er handelte: Vor 18 Jahren wurde auf seine Initiative hin der erste Kindergarten in dem armen Land gegründet. Qualitätsvolle Vorschulerziehung als Voraussetzung für bessere Chancen - die Rechnung sollte aufgehen. "Die Kinder, die diese Vorschulen besucht haben, sind später in der Schule besser als Kinder aus wohlhabenden Familien", freut sich der quirlige Wahl-Büttgener. Lediglich die bereits existierende "Montessori-Luxusschule" habe versucht, ihn zu verunglimpfen, als Kommunist zu beschimpfen. "Als CDU-Mitglied kann ich mit diesem Vorwurf sehr gut leben", amüsiert sich Hesse, der jährlich über ein Budget von 150.000 Mark verfügen kann - ein Drittel des Geldes kommt aus seiner Tasche, die übrige Summe bringen rund 100 Spender auf.

Die Montessori-Vorschulerziehung für die Drei- bis Sechsjährigen vermittele "ein Paket von Werten und Grundfähigkeiten", sie umfasst auch die Fähigkeit, das Lernen zu lernen und die Entwicklung des Selbstwertgefühls. "Ältere helfen Jüngeren, sie entwickeln so eine soziale Antenne", schwärmt der 64-Jährige, der sich seiner Stiftung zu Liebe aus dem Geschäftsleben zurückgezogen hat. Dass sein Modell ein Erfolg geworden ist, wird sogar von der Weltbank anerkannt. Durch seine Lobbyarbeit hat Peter Hesse bei der Bundesregierung zweierlei erreicht: 1990 wurde per Bundestagsbeschluss die Grundbildung als ein Ziel der Entwicklungspolitik festgeschrieben.

Außerdem wurde die Grundlage dafür geschaffen, dass die Bundesrepublik erstmals auch Kleinprojekte fördern konnte. Peter Hesse ist froh darüber, denn seine Devise lautet: "Wer die Armutsbekämpfung ernst nehmen will, darf die Leute nicht mit Geld erschlagen." Und: "Die Hilfe muss von unten nach oben wachsen. Alles, was von oben aufgepfropft wird, hält sich nicht in der Dritten Welt." Worüber sich der Stiftungsgründer gewundert und gefreut hat: Bei großen Versammlungen der Weltorganisation UNO ist er seit kurzem als Nicht-Regierungsorganisation akkreditiert. So hat er einen direkten Kontakt zur gesamten weltweiten Szene, die sich mit der Entwicklungshilfe für Kinder befasst.

Peter Hesse tanzt nach wie vor auf mehreren Hochzeiten: Er ist erneut zum Vorsitzenden von "Parität International" gewählt worden, ist der alte und neue Vorsitzende der "Unternehmerschaft Düsseldorf und Umgebung", vertritt gemeinsam mit Max Adenauer, dem Sohn von Konrad Adenauer, das Land Nordrhein-Westfalen als Honorarkonsul in Island. Außerdem hat Peter Hesse einen recht exotisch anmutenden Verein ins Leben gerufen: NE-D-IONS. Das ist die örtliche Sektion des Denk- und Lernkreises zur Erforschung des menschlichen Bewusstseins und dessen Grenzen. Gründer in den USA war der Astronaut Edgar Mitchel. Peter Hesse musste nicht erst zum Mond fliegen, um sich für diese Thematik zu interessieren. Rudolf Barnholt