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Kaarst: Hilfe für Hamster in Not

Kaarst : Hilfe für Hamster in Not

Vor fünf Jahren gründete Gudrun Cappeller die Hamsterhilfe NRW. Die Organisation kümmert sich um Wühler in Not. Rund 1000 Tiere nimmt sie im Jahr auf, pflegt sie und vermittelt sie weiter.

Nela krabbelt unentwegt auf und ab über das Bein und Franklin lässt sich nur ungern lange in der Hand halten. Hamster sind süß anzuschauen, wenn sie in ihrem Laufrad rennen, wenn sie mit ihrer kleinen Nase schnuppern oder sich neugierig empor recken. Das macht die Faszination der kleinen Wühler aus. "Hamster sind sehr aktiv, und jeder ist individuell", sagt Gudrun Cappeller. Die Kaarsterin muss es wissen. Vor fünf Jahren gründete sie die Hamsterhilfe NRW. Bei sich zu Hause beherbergt sie stets zwischen 30 und 40 Tiere.

Die Organisation kümmert sich um Hamster in Not. Tierheime haben nicht die Möglichkeit, alle Tiere ausreichend zu versorgen. Sie vermitteln ihre Notfälle an die Hamsterhilfe weiter, aber auch viele Privatpersonen wenden sich inzwischen an Gudrun Cappeller und ihr Team. "Häufig bekommen sie unwissend aus der Zoohandlung ein trächtiges Tier, und eine Woche später haben sie einen ganzen Wurf Junge zu Hause", sagt Cappeller. Zoogeschäfte nehmen den Wurf zwar oft zurück, würden ihn aber auch kaum versorgen und die Tiere schlimmstenfalls als Futter für Reptilien nutzen, weiß die Tierschützerin.

Im Zuhause von Gudrun Cappeller bekommen die Hamster eine artgerechte Haltung, bis sie an neue Besitzer vermittelt werden. Ein Schutzvertrag regelt die Unterbringung, zu der neben ausreichend Platz ein Laufrad, ein Sandbad, ein Häuschen aus natürlichem Material, eine Etage, ein Spielzeug und ein Trinknapf gehören. Bei Cappeller steht ein ganzes Zimmer voll mit Gehegen, in Notfällen weicht sie auf andere Räume aus.

Etwa zwischen März und Mai dieses Jahres, als insgesamt 250 Hamster aufgenommen wurden. Das Tierheim Nürnberg erhielt auf einen Schlag 140 Tiere, wovon die Kaarsterin 53 übernahm. Hamster sind "Singles aus Leidenschaft" und werden nur in Einzelhaltung vermittelt. Vorher wird kontrolliert, ob das Gehege groß genug und richtig ausgestattet ist. Gold- und Teddyhamster brauchen zudem in der Wohnung Platz zum Auslauf. Da Hamster nachtaktiv sind, eignen sie sich nicht für Kinder – und schon gar nicht als Kuscheltiere. Sie wachen gegen 20 Uhr auf und sind bis 5 Uhr früh durchweg aktiv.

Rund 1000 Tiere nimmt die Hamsterhilfe NRW im Jahr auf und vermittelt sie weiter. Die Kontakte entstehen hauptsächlich über ein Forum im Internet. Die 30 Teammitglieder verteilen sich im ganzen Bundesland. Kranke oder alte Hamster nehmen sie auch in Dauerpflege, die durch zurzeit 160 Patenschaften finanziert werden. Ansonsten ist die Organisation auf Spenden angewiesen: Allein die monatlichen Tierarztkosten betragen rund 800 Euro.

(stef)