Kaarst: Herz-Wochen: Experten informieren

Kaarst : Herz-Wochen: Experten informieren

Tausende Kaarster leiden an Verengung der Herzkranzgefäße. Darüber informieren Experten im Auftrag der Deutschen Herzstiftung. Die Info-Reihe der Neuß-Grevenbroicher Zeitung wird am kommenden Dienstag im AEG fortgesetzt.

Die drei Großbuchstaben KHK stehen für koronare Herzkrankheit. Allein in Deutschland sind etwa 2,34 Millionen Frauen und 3,16 Millionen Männer davon betroffen. Es ist die häufigste Herzerkrankung. Sie gilt immer noch als Todesursache Nummer eins, nicht zuletzt weil die Krankheit dem Herzinfarkt vorausgeht. Experten sprechen von einem "schleichenden Prozess". Unbemerkt — teilweise über Jahrzehnte hinweg — kommt es zu kleinen Ablagerungen in den Gefäßwänden. Sind diese Ablagerungen so groß, dass sie das Gefäßlumen zusammendrücken, kommt es zu Durchblutungsstörungen des Herzmuskels. Im schlimmsten Fall verursacht ein aufgelagertes Blutgerinnsel einen Infarkt.

"Das muss nicht sein, denn die Erkrankung und ihre Symptome lassen sich frühzeitig erkennen, behandeln und durch eine Lebensumstellung sogar verhindern", versichert Professor Michael Haude. Dieses Wissen möchte der Chefarzt aus dem Neusser Lukaskrankenhaus mit einem Experten-Team im Rahmen der Herz-Wochen an die Bürger im Rhein-Kreis weitergeben. Wichtig ist ihm dabei, dass Niedergelassene und Kliniker gemeinsam zur koronaren Herzerkrankung informieren, aufklären und nicht zuletzt auch wachrütteln: "Vieles können wir schließlich allein durch einen gesunden Lebensstil positiv beeinflussen."

Der Rhein-Kreis Neuss und unsere Zeitung beteiligen sich erneut an der Aufklärungs-Kampagne der Deutschen Herzstiftung. Die sechsteilige Staffel startete bereits im November in Neuss. Im Dezember folgte Korschenbroich, im Januar Meerbusch. Jetzt wird die Info-Reihe am kommenden Dienstag, 5. Februar, in Kaarst fortgesetzt — um 17.30 Uhr, im Forum des Albert-Einstein (AEG). Die Teilnahme an dem zweieinhalbstündigen Info- Abend ist kostenfrei.

Was erwartet die Besucher bei den Herz-Seminaren? "Wir erklären, was ist eine koronare Herzerkrankung, wie äußert sie sich und welche Therapieansätze gibt es", spricht Michael Haude die vier Kurzreferate an, die in eine Fragerunde münden. "Wenn Medikamente nicht mehr ausreichen, bietet die Kathetertechnik mit Stentbehandlung oder die Bypass-Operation weitere Möglichkeiten." Die chirurgischen Therapieoptionen wird Professor Markus Kamler vom Herzzentrum Essen-Huttrop in der neuen Staffel vorstellen.

Für Professor Haude, der dem Wissenschaftlichen Beirat der Herzstiftung angehört und erneut die Leitung der Seminar-Reihe im Rhein-Kreis übernimmt, ist die jährliche Aufklärungskampagne ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu mehr Lebensqualität: "Wir wollen mit den Herzseminaren Betroffene, Angehörige und Interessierte ansprechen." Wichtig ist Haude dabei: "Die Veranstaltungen sind für den medizinischen Laien gut verständlich." Dass Bedarf und Interesse an gesundheitlicher Aufklärung groß ist, zeigen die Besucherzahlen der beiden zurückliegenden Staffeln zu den Themen Herzrhythmusstörung und Bluthochdruck: An den sechs Herzseminaren nahmen insgesamt 1500 Besucher teil. Das sei auch eine "tolle Bestätigung" für den Kaarster Günter Kopp, der als Stiftungsbeauftragter die organisatorischen Fäden in der Hand hält.

Bei der Veranstaltung in Kaarst am 5. Februar sind neben Professor Michael Haude, Dr. Thomas Bartsch, Dr. Ralf Maring, Dr. Carlos Correia de Freitas und Professor Markus Kamler dabei. Die Schirmherrschaft hat erneut Bürgermeister Franz-Josef Moormann übernommen.

(NGZ/rl)