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Kaarst: Heiraten – nicht nur im Standesamt?

Kaarst : Heiraten – nicht nur im Standesamt?

Ausgenommen der kirchlichen Trauung ist die offizielle Eheschließung in Kaarst bisher nur im Trauzimmer im Turm des Rathauses möglich. Andere Städte im Rhein-Kreis Neuss bieten bereits Alternativen.

Der 1. März wäre wieder so ein spezielles Datum für die Hochzeit. Der Kreativität solcher Kreationen wie eben dem "1.3.13" sind inzwischen kaum noch Grenzen gesetzt. Viele Paare wünschen sich deshalb zu einem der schönsten Tage in ihrem Leben auch einen besonderen Ort zum Heiraten. Ausgenommen der kirchlichen Trauung ist die offizielle Eheschließung in Kaarst bisher nur im Trauzimmer im Turm des Rathauses möglich. Andere Städte im Rhein-Kreis Neuss bieten bereits Alternativen.

In Korschenbroich wird im Kulturbahnhof und auf dem Sandbauernhof in geschichtsträchtigem Ambiente geheiratet. Das Standesamt der Stadt Grevenbroich sitzt in der historischen "Villa Krüppel". Trauungen werden außerdem im Museum "Villa Erckens" auf der Stadtparkinsel, im Kaminzimmer von Haus Hartmann am Alten Schloss, im Kloster Langwaden und auf Schloss Hülchrath sogar unter freiem Himmel vollzogen.

Geeignete Orte für eine Trauung außer Haus ließen sich auch in Kaarst finden. Zum Beispiel auf dem Tuppenhof: Die Scheune wird regelmäßig für Opern und Theateraufführungen hergerichtet. Dort könnte im rustikalen Stil zwischen Holzbalken und bäuerlichen Gerätschaften geheiratet werden. Der anschließende Empfang würde im Innenhof gegeben.

Oder in der Braunsmühle: Eine urige Zeremonie ließe sich im Erdgeschoss, wo einst mit Pferdekarren säckeweise das Getreide in die Mühle gebracht wurde, abhalten. Im Mühlencafé des Büttgener Wahrzeichens könnte theoretisch direkt auch die Hochzeitstorte angeschnitten werden. In Kaarst gäbe es noch die Alte Mühle mit ihrem alten Nussbaum im Innenhof. Wer die Nähe zur Natur sucht und unter freiem Himmel die Ehe schließen möchte, könnte dies auf dem Luisenplatz, wo die Büttgener jedes Jahr zu Schützenfest auch ihren Gottesdienst feiern, oder im Stadtpark tun. Letztere Möglichkeit böte mit dem Bachlauf oder der Brücke über dem Stadtparksee auch gleich Fotomotive.

Im Kaarster Rathaus haben sich die Standesbeamten diesbezüglich bereits erste Gedanken gemacht. "Zunächst müsste uns für die Zeit der Trauung das Hausrecht übertragen werden", erklärt Stadtsprecherin Sigrid Hecker die rechtliche Seite. Der Hochzeit unter freiem Himmel erteilt sie aber direkt eine Absage, ebenso einer willkürlichen Wahl der Örtlichkeit, zum Beispiel im eigenen Haus. Wenn überhaupt, möchte die Stadt sich auf ein oder zwei Räumlichkeiten beschränken, wo sie auch nur zu festen Terminen eine Trauung anbieten würde.

Die Stadtverwaltung möchte unter den Hochzeitwilligen aber nun keine frühzeitigen Begehrlichkeiten wecken. Denn ein größeres Problem, heißt es, sei der Personalaufwand. "Die zwei Standesbeamten müssen sich auch um Namensänderungen, Geburten und Sterbefälle kümmern", sagt Hecker. Außer Haus eine Trauung vorzubereiten und durchzuführen, würde zu viel Zeit beanspruchen. Die einzige Möglichkeit außerhalb des Trauzimmers im Rathaus Kaarst ist derzeit die Hochzeit beim Standesamt einer anderen Stadt.

(stef)