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Kaarst: Heidemarie Niegeloh will in den Bundestag

Kaarst : Heidemarie Niegeloh will in den Bundestag

Die SPD im Kreis setzt auf eine Meerbuscherin für die Kandidatur im Wahlkreis 110. Am 8. Dezember fällt in Krefeld die Entscheidung.

Während die CDU vor sechs Tagen ihren Bundestagsabgeordneten Ansgar Heveling wieder für die Bundestagswahl 2013 nominiert hat, sucht die SPD noch nach ihrem Kandidaten, den sie ins Rennen schicken möchte. Gestern Abend fällten die Sozialdemokraten im Rhein-Kreis im Forum der Realschule Kaarst eine Vorentscheidung, wen sie aus ihren Reihen für den Wahlkreis 110 (Krefeld I/Neuss II) aufstellen möchten.

Auf einer gemeinsamen Mitgliederversammlung der Verbände aus Kaarst, Korschenbroich, Meerbusch und Jüchen bewarben sich Heidemarie Niegeloh (59 Jahre/Meerbusch) und Barbara Romann (55/Korschenbroich) um die Kandidatur. Die inhaltlichen Schwerpunkte beider waren ein Abbild sozialdemokratischer Bundespolitik: Sie warben für Mindestlöhne und eine sichere wie solidarisch finanzierte Rente.

Bei Wahlkreisthemen betonten sie ihre Ablehnung der Konverterstation für die Hochspannungstrasse in Osterath. In geheimer Abstimmung stimmte die Versammlung für Heidemarie Niegeloh mit 37 zu 28 Stimmen. Sie ist die Stadtverbandsvorsitzende der SPD Meerbusch und Ratsmitglied für Lank.

Die 59-Jährige war lange Jahre im Betriebsrat der Rheinbahn tätig und nutzt ihre Altersteilzeit für ein Seniorenstudium an der TU Dortmund mit Schwerpunkt bürgerliches Engagement und Gerontologie. "An der Demografie hängt sehr viel: Arbeit, Wohnverhältnisse, Verkehr, Kommunikation", sagte Niegeloh. Die geänderten Rahmenbedingungen, die alte wie junge Menschen bräuchten, bezeichnete sie als "soziale Inklusion". Schließlich seien altengerechte Infrastrukturen, barrierefreie Bauweisen, Bildungsansätze und deren Finanzierung auch kind- und familiengerecht. Zum demografischen Wandel gehöre auch die Integration, so die Meerbuscherin, denn es fehle eine Generation Kinder.

Mit der Kür von Heidemarie Niegeloh steht allerdings noch nicht fest, wer schlussendlich dem CDU-Mann Ansgar Heveling den Wahlkreis streitig machen wird. Im Anschluss an die Mitgliederversammlung tagte der Kreisausschuss. Er folgte dem Votum und bestätigte Niegeloh als Kandidatin. Am 8. Dezember tritt sie in einer Wahlkreiskonferenz gegen Benedikt Winzen aus Krefeld um die Bundestagskandidatur an. Winzen ist Juso-Vorsitzender und stellvertretender Parteivorsitzender in Krefeld.

Auch wenn er heute in Uerdingen wohnt, besitzt der 27-Jährige seine Wurzeln im Rhein-Kreis: Geboren in Neuss, wuchs er in Meerbusch auf. Bei der Wahlkreiskonferenz kommen insgesamt 150 SPD-Delegierte zusammen, der Rhein-Kreis stellt mit 77 zu 73 Teilnehmern eine knappe Mehrheit.

(stef)