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Kaarst: Gymnasiasten zeigen ihre Kunst

Kaarst : Gymnasiasten zeigen ihre Kunst

Ille Mularski wollte Kunst an Schulen ins Licht der Öffentlichkeit rücken. Gestern wurde ganz in diesem Sinne eine Ausstellung mit Arbeiten eröffnet, die im Kunstunterricht der beiden Kaarster Gymnasien entstanden sind.

"Kunst verbindet" heißt die Ausstellung, die gestern in der Kaarster Rathausgalerie auf große Resonanz stieß. Ille Mularski, mit ihren 80 Jahren noch erstaunlich umtriebig, hatte sich einen starken Partner an ihre Seite geholt: den Förderverein Kunst am Bodendenkmal Nordkanal. Dessen Vorsitzender Markus Albiez brachte Sinn und Zweck des Projektes wie folgt auf den Punkt: "Es ist wichtig, dass der Kunstunterricht an den Schulen kräftig gefördert wird."

Der Titel der Ausstellung passt unter den verschiedensten Aspekten: Da arbeiten zwei Schulen diesseits und jenseits des Nordkanals zusammen, da kommen junge und alte Menschen zusammen — und gestern gab es viele weitere Begegnungen. Auch die Kunstlehrer dürften ihre Arbeit in einem Maße gewürdigt sehen, wie es sonst wohl eher selten vorkommt. Keines der Exponate ist eigens für diese Ausstellung entstanden. Es gibt auch kein einheitliches Thema.

Vielmehr ist die Ausstellung eine Momentaufnahme dessen, was im Kunstunterricht am Georg-Büchner-Gymnasium und am Albert-Einstein-Gymnasium so geleistet wird. Ute Onyegbari, Kunstlehrerin am Albert-Einstein-Gymnasium, hatte ihre Schüler unter anderem Tassen gestalten lassen. Vorbild war die "Pelztasse" von Meret Oppenheim. Anna-Lena Klann hatte als Sechstklässlerin eine Jeanestasse kreiert.

Danielle Schulte am Hülse, ebenfalls Kunstlehrerin am Albert-Einstein-Gymnasium, hatte in ihrer Einführungsrede drauf hingewiesen, dass der Prozess im Vordergrund stehe, weniger das Ergebnis. In den Werkräumen lernten Kinder, ihr motorischen Fähigkeiten zu entwickeln. Klaus Fabian, Mitglied der Künstlergruppe Salix und Kunstlehrer am Georg-Büchner-Gymnasium, präsentierte zwei Kurzfilme, die im Kunstunterricht entstanden waren.

Eva Licht und Charlotte Thoma hatten den Streifen "Memories" gedreht. Er stimmte die Zuschauer, unter ihnen Bürgermeister Franz-Josef Moormann und die Leiterinnen der beiden Gymnasien, Brigitte Brinkmann und Gisela Saßmannshausen, nachdenklich. Die fast hippiehaft heitere Atmosphäre ging über in ein Gewaltverbrechen.

Auch nicht unbedingt Friede, Freude, Eierkuchen vermittelten die Comics, die unter der Regie von Katrin Hilpert am Kaarster Gymnasium entstanden waren. Claudia Achterberg vom Vorster Gymnasium hatte Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 6 mit dem Thema "Vanitas" konfrontiert — die Ergebnisse sind ebenso beeindruckend und vielfältig wie das, was bei ihrer Kollegin Melanie Thoben zum selben Thema entstanden ist. Zwölftklässler hatten unter ihrer Leitung aus Büchern Skulpturen gemacht — bei der Arbeit von Neruba Selvarajah scheinen die Figuren aus dem Text herauszuwachsen.

(NGZ)