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Kaarst: Güsgen: "Wenig Leerstand in Kaarst"

Kaarst : Güsgen: "Wenig Leerstand in Kaarst"

Neben Investoren, Bauträgern und Banken präsentierte sich auch die Stadt beim fünften Kaarster Immobilientag. Die NGZ sprach mit Bereichsleiter Dieter Güsgen über die Lage am Markt.

Am Sonntag fand in der Rathausgalerie der fünfte Kaarster Immobilientag statt. Neben Investoren, Bauträgern und Banken präsentierte sich auch die Stadt mit ihren freien Baugrundstücken. Die NGZ sprach mit Dieter Güsgen, Bereichsleiter Liegenschaften und Wirtschaftsförderung, über die aktuelle Lage am Immobilienmarkt.

Herr Güsgen, vor einem Jahr haben Sie mit der Vermarktung der Grundstücke an der Hubertusstraße begonnen. Wann ziehen dort die ersten Familien ein?

Güsgen Die Einzelgrundstücke sind bis auf vier Flächen verkauft. Das Interesse an den Grundstücken ist nach wie vor groß. Damit wird das Thema Vermarktung in wenigen Wochen abgeschlossen sein. Die Bauanträge laufen, der Baubeginn für die ersten Häuser steht kurz bevor. Für die Mehrfamilienhausbebauung haben wir die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft in Neuss gewinnen können. Die Bauanträge werden bald gestellt.

Beim diesjährigen Immobilientag wurde mit der Vermarktung der Grundstücke an der Lichtenvoorder Straße in Büttgen gestartet. Welche Werbemaßnahmen ergreifen Sie?

Güsgen Wir haben uns extra für den Tag einen professionellen Messestand gemietet. Wir präsentieren die Grundstücke in einer Broschüre und werden sie auf unserer Internetseite und in den Medien veröffentlichen. Wahrscheinlich wird am Gelände ein Werbeschild aufgestellt. Das hat sich an der Hubertusstraße bewährt.

Was entsteht an der Lichtenvoorder Straße?

Güsgen Auf 6000 Quadratmetern sind acht zweigeschossige Wohnhäuser in halboffener Bauweise geplant. Sie eignen sich als Ein- oder Zweifamilienhäuser. Entlang der geplanten Lärmschutzwand entstehen in einer Reihe weitere sieben Wohnhäuser, die wir ein oder zwei Bauträgern anbieten möchten.

Gibt es in Kaarst weitere neue Wohngebiete, die in naher Zukunft entwickelt werden sollen?

Güsgen An der Alten Heerstraße im Kaarster Westen ist der Bebauungsplan im Verfahren. Der Abschluss und die Erschließung bleiben abzuwarten. Danach könnte mit der Entwicklung des Baugebiets an der Karlsforster Straße begonnen werden. Das Grundstück befindet sich im städtischen Besitz. Die Bebauungsstruktur muss festgelegt werden. In zwei bis drei Jahren könnten wir eventuell mit dem Verkauf beginnen. Der Bereich dahinter bis zur Autobahn soll mit Naherholungsfaktor aufgeforstet werden.

Es werden Neubaugebiete entwickelt, anderswo stehen Häuser lange leer.

Güsgen Das ist kein Kaarster Phänomen. Wir beobachten ständig den Immobilienmarkt. Zurzeit haben wir im Internet 39 Angebote zu Häusern und 56 Angebote zu Eigentumswohnungen festgestellt. Die Leerstandsquote in Kaarst ist damit relativ gering ausgeprägt.

Die Politik hatte eine Eigenheimförderung beim Erwerb von Grundstücken beschlossen. Ist diese noch gültig?

Güsgen Ja, sie ist auf Dauer angelegt, gilt aber nur beim Erwerb von städtischen Grundstücken oder wenn ein Investor Eigentumswohnungen auf städtischem Grund baut. Die Stadt fördert den Hausbau mit 10 000 Euro zuzüglich 3000 Euro pro Kind. Bei Eigentumswohnungen ist es die Hälfte.

Gilt das für jeden Hausbauer?

Güsgen Die Vergabe ist an bestimmte Einkommensgrenzen geknüpft. Bei der Hubertusstraße etwa wurden drei Anträge genehmigt.

Bei den gewerblichen Flächen steht Hüngert II über allem. Wie sieht die Lage bei kleineren Geschäfts- und Büroflächen aus?

Güsgen Die Nachfrage nach Gewerbeflächen und Gewerbeimmobilien ist da. Das gilt nicht nur für externe Unternehmen. Wenn wir keine Expansionsflächen mehr anbieten können, verlassen vor allem die erfolgreichen Unternehmen die Stadt. Das gilt nicht nur für Grundstücke, sondern auch für Büro-, Laden- und Lagerflächen. Unsere Aufgabe ist insbesondere die Bestandsförderung. Es gehen täglich Anfragen ein, die wir an die Immobilienanbieter in Kaarst weitervermitteln. Dies hat dazu geführt, dass die Leerstandsquote in Kaarst relativ gering ausfällt.

(NGZ)