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Kaarst: Grundwasser steht hoch wie nie

Kaarst : Grundwasser steht hoch wie nie

Selten gab es in Kaarst so viele Beschwerden über nasse Keller wie in den vergangenen Wochen. Die UWG hat eine Unterschriftenaktion gestartet. Das Ergebnis soll dem Bürgermeister vorgelegt werden.

So viel Wasser hat es in Kaarst selten gegeben: so viel Wasser, das von oben herab regnet oder schneit, so viel Wasser im Nordkanal, das scheinbar kaum sinkt und – so viel Wasser in Kaarster Kellern. Jedenfalls hat UWG-Vorstandschef Uwe Grünkemeier selten so viele Klagen darüber gehört wie in den vergangenen Wochen. "Und zwar aus Ecken, an denen man niemals mit solchen Problemen gerechnet hätte", sagt er.

Seit zwei Wochen ist die UWG deshalb auf "Stimmenfang". Die Unabhängige Wählergemeinschaft hat eine Unterschriftenaktion gestartet, deren Ergebnis sie Bürgermeister Franz-Josef Moormann in seiner Funktion als Vorsitzenden des Nordkanalverbandes zur nächsten Bürgermeistersprechstunde vorlegen will. Die Namensliste soll die Dringlichkeit des Themas "Nordkanalentschlammung" unterstreichen. 420 Stimmen sind bislang zusammengekommen – allein in Holzbüttgen. Und auch die Bürger in Kaarst und Vorst werden noch gefragt.

Dass das Interesse am Thema Grundwasser mit der Betroffenheit steigt, merkt auch Klaus-Dieter Pruss, Vorstand der Bürgerinitiative Grundwasser Kaarst. Das Wasser, das in einer Baugrube an der Kleinenbroicher Straße in Vorst derzeit zentimeterhoch steht, hält er für ein deutliches Zeichen. "Dass es in dieser Ecke Probleme gibt, ist bekannt. Ich würde zu 99 Prozent davon ausgehen, dass das Grundwasser ist."

Die UWG will "die Sache jetzt angehen" und in der nächsten Ratssitzung zusätzlich einen Antrag zum Thema "Grundwassergefährdung" stellen: Der Rat soll die Verwaltung beauftragen, zu prüfen, ob eine gesundheitsgefährdende Verunreinigung des Grundwassers durch Altlasten am ehemaligen Standort der Firma Krempel & Voss vorliegt. Wegen des gestiegenen Grundwasserspiegels sei die Überprüfung dringend nötigt, sagt die UWG. Die Firma, bei der es sich um einen Chemikalien-Großhandel handelte, existierte im Bereich des Kaarster Bahnhofes von 1957 bis 1974. "Wir wollen niemanden wild machen, den Sachverhalt nur sachlich klären lassen", sagt Grünkemeier. Zuständig dafür, sagt die Stadt, sei zwar eigentlich der Kreis. Um die Beantwortung der Fragen wolle man sich trotzdem bemühen.

(NGZ)