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Kaarst: Grüne gegen Bekenntnisschule

Kaarst : Grüne gegen Bekenntnisschule

Ein Antrag der Grünen, den katholischen Teilstandort an der Grundschule in Büttgen wegen einer fehlenden, offiziell aber erforderlichen Anmeldung, zu schließen, hat im Schulausschuss für Empörung gesorgt.

Für heftige Diskussionen hat im Schulausschuss ein Antrag der Grünen gesorgt, der folgenden Wortlaut hat: "Der Schulausschuss fordert den Schulträger der Grundschule Budica in Büttgen auf, den katholischen Teilstandort an der Grundschule Büttgen aufzulösen, da die erforderliche Mindestzahl von 18 Schülern nicht erreicht wird." Schuldezernent Heinz Dieter Vogt gab Folgendes zu bedenken: "Wir empfehlen aus verschiedenen guten Gründen, den katholischen Teilstandort nicht aufzulösen." Ein wesentlicher Grund sei die Chance, kleine Klassen zu bilden. Außerdem sei zu erwarten, dass die Anmeldezahlen in den kommenden Jahren wieder steigen werden.

"Eltern Respekt zollen"

Robert Begerau nannte Bekenntnisschulen "einen Anachronismus in einer modernen Gesellschaft" und löste damit einen Sturm der Entrüstung aus. Lediglich Uwe Funk (UWG) konnte diese Haltung nachvollziehen. Ulrich Orlinski (CDU) gab Folgendes zu bedenken: "Bekenntnisschulen haben eine lange Geschichte, auch wenn die Unterschiede zu anderen Schulen marginal sind."

Er mahnte, den 17 Eltern, die ihr Kind am katholischen Teilstandort angemeldet hätten, den gebührenden Respekt zu zollen. Dorothea Zillmer mutmaßte, "dass Waldorf- und Montessorischulen vielleicht besser in Ihr Konzept passen". Ihr sei aufgefallen, dass die Grünen immer dann ihre Abneigung kundtäten, wenn es um Bekenntnisschulen und Kindertageseinrichtungen in kirchlicher Trägerschaft gehe.

Ulf Imiela (SPD) stellte zwar auch die Frage, "ob wir uns dieses System auf Dauer leisten können", hatte sich aber von den Argumenten des Schuldezernenten überzeugen lassen. Michael Koesling von der Familienpartei möchte, dass in Büttgen Eltern auch künftig die Alternative haben, ihr Kind an einer Bekenntnisschule anzumelden. "Wahlmöglichkeiten werden von den Eltern begrüßt", gab auch Gaby Rogner als Vertreterin der Schulpflegschaften zu verstehen. Der Grünen-Antrag wurde mit großer Mehrheit abgelehnt.

Spannend wird es nunmehr am 3. April. Dann hat die Verwaltung einen Besprechungstermin bei der Bezirksregierung in Düsseldorf. Sie muss die Erlaubnis erteilen, damit ausnahmsweise eine Eingangsklasse mit nur 17 Schülern gebildet werden kann. Falls die Erlaubnis versagt wird, soll die oberste Schulbehörde um Entscheidung gebeten werden.

(NGZ)