1. NRW
  2. Städte
  3. Kaarst

Gewerbegebiet Kaarster Kreuz ist nicht wirklich nachhaltig

Gewerbegebiet Kaarster Kreuz : Kaarster Kreuz wird doch nicht nachhaltig

Die Antwort von Wirtschaftsförderer Axel Süßbrich auf entsprechende Fragen aus der Politik verblüffte: Von der geplanten „Nachhaltigkeit“ am Gewerbegebiet Kaarster Kreuz ist nicht mehr viel zu sehen.

Für die Zukunft der städtischen Finanzen ist es wichtig zu wissen, wie sich die Lage der Gewerbetreibenden entwickelt. Dazu hat die schwarz-grüne Koalition einen umfassenden Fragenkatalog an die Wirtschaftsförderung der Stadt geschickt, die im Wirtschafts-, Finanz- und Digitalisierungsausschuss am vergangenen Donnerstag eigentlich beantwortet werden sollten. Die schriftlichen Antworten lagen den Fraktionen bereits seit Montag vor, konnten aber wegen der Kürze der Zeit nicht mehr intern beraten werden. Und da Bürgermeisterin Ursula Baum auch nicht persönlich im Ausschuss anwesend war, wurde dieser Tagesordnungspunkt auf die nächste Sitzung vertagt – allerdings nicht ganz, denn einige aktuelle Fragen hatten die Ausschussmitglieder dann doch. Axel Süßbrich, Bereichsleiter Wirtschaftsförderung, nahm dazu Stellung.

So wollte Christian Gaumitz (Die Grünen) wissen, wie die Namensgebung der Gewerbegebiete in „digital Square“ und „business Square“ zustande kam. Diese habe die Politik über die Medien mitgeteilt bekommen, Gaumitz hätte sich allerdings gewünscht, dass die Politik vorher mit einbezogen worden wäre. Eigentlich habe der Planungsausschuss ein Profil herausgearbeitet, dass das Kaarster Kreuz ein nachhaltiges Gewerbegebiet sein sollte. „Für das Gewerbegebiet Kaarst-Ost ist 2018 ein Masterplan beschlossen worden, der das Gebiet als Büropark darstellt. Mittlerweile ist es Usus für Büroparks, den Arealen Namen zu geben“, erklärte Süßbrich. Den Arealen wurden „moderne, markante und gesichtsgebende“ Namen gegeben. So sei es zum Namen „business Square“ gekommen. Der Name „digital Square“ wurde im Zusammenhang mit dem Ankermieter gewählt. „Es gab viele Ansätze dazu, das Gewerbegebiet nachhaltig zu gestalten. Wenn man es sich aber genau anschaut, bleibt von der Nachhaltigkeit nicht viel übrig“, sagte Süßbrich. Das habe sich im Nachhinein noch einmal bestätigt. Diese Antwort überraschte den Ausschussvorsitzenden Ingo Kotzian (CDU) dann doch ein wenig. Von der Ursprungs-Idee aus dem Planungsausschuss, das Gewerbegebiet nachhaltig zu gestalten, sei nun nichts mehr übrig. „Wir sind gerade erst dabei, die Erschließung herzustellen. Wenn wir jetzt sagen, dass von Nachhaltigkeit nichts mehr übrig ist, sollten wir das vielleicht noch einmal im Planungsausschuss besprechen. Wir hatten das alles hinterfragt und verabschiedet“, sagte Kotzian. Wenn Süßbrich mit seiner Aussage recht habe, bedürfe es einer weiteren Diskussion.

  • Wahllokale, Kandidaten, Parteien : Was Sie zur Bundestagswahl 2021 in Kaarst wissen müssen
  • Wahllokale, Kandidaten, Parteien : Was Sie zur Bundestagswahl 2021 in Korschenbroich wissen müssen
  • Wahllokale, Kandidaten, Parteien : Was Sie zur Bundestagswahl 2021 in Jüchen wissen müssen

Christian Gaumitz stellte aufgrund der Kritik an dem Fragenkatalog im Vorfeld noch einmal klar, dass er in diesem Umfang nötig sei. „Wir müssen in den nächsten Jahren eine solide und nachhaltige Basis aufbauen, dafür brauchen wir Kennzahlen. Wir möchten wissen, wie der strategische Ansatz ist, wo sie Hilfe brauchen und wo nicht“, sagte er. Deshalb freue sich die Koalition, wenn die Bürgermeisterin zur nächsten Sitzung kommt und ihre Strategie vorstellt.