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Kaarst: Gewerbegebiet am Stodiek-Ring wächst

Kaarst : Gewerbegebiet am Stodiek-Ring wächst

In unmittelbarer Nähe zum Wohngebiet wird unter anderem ein Lager für Stahlregale entstehen. Die Verwaltung gibt grünes Licht.

Die Anwohner des Stodiek-Rings dürfte diese Nachricht nicht freuen: Die Verwaltung wird in dieser Woche die Baugenehmigung für neues Gewerbe in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung erteilen. Das bestätigte jetzt Manfred Meuter, Technischer Beigeordneter im Rathaus. Das Kaarster Unternehmen LHS will sich vergrößern und auf einem unbebauten Grundstück an der Industriestraße, zwischen dem Wohngebiet auf dem Gelände der ehemaligen Düngemittelfabrik "Stodiek" und dem Tiernahrungsbedarf "Katina", ein Auslieferungslager für Stahlregale bauen. Ein entsprechender Antrag liegt – entgegen zunächst anderslautender Auskunft – bereits seit Wochen im Baudezernat in Büttgen vor.

Das Foto links zeigt einen Teil des jetzigen Gewerbegebiets mit SB-Markt, Baumarkt und Parkplatz. Daneben soll demnächst unter anderem ein Drive-In für Baustoffe und ein Lager für Stahlregale entstehen. Die Anwohner befürchten mehr Lärm und Verkehr. Foto: Lothar Berns/Ingenieurbüro Kaiser

Eine erste Teilbaugenehmigung hatte die Stadt erteilt und kurz darauf wieder zurückgenommen. "Wegen eines kleinen Form- beziehungsweise Berechnungsfehlers", wie Architekt Wolfgang Kaiser betont. "Alle erforderlichen Gutachten, unter anderem zum Schallschutz, wurden eingereicht." Lärmprobleme für die Anwohner des Stodiek-Rings ergäben sich diesen zufolge nicht. Kaiser überplant derzeit das gesamte Areal zwischen Neersener-, Gustav-Heinemann- und Industriestraße. Neben dem für das Stahlregallager vorgesehenen Grundstück will der "Hagebaumarkt" dort eine leerstehende Lagerhalle zu einem "Drive in"-Baustoffmarkt umbauen. Die Aufregung, die vor allem die LHS-Pläne in der Nachbarschaft ausgelöst haben, kann der Architekt nur bedingt verstehen. "Es war immer klar, dass an dieser Stelle Gewerbe neben Wohnbebauung geplant ist", sagt er. "Abgesehen davon ist eine Lagerhalle schallschutztechnisch gesehen am wenigsten problematisch. Schließlich gibt es dort keine Produktion." Sogar ein Außenlager, wie von LHS zunächst geplant und von den Anwohner befürchtet, sei unter Lärmschutzgesichtspunkten problemlos möglich gewesen. Aus Rücksicht auf die Bedenken der Nachbarn, sagt Kaiser, habe das Unternehmen davon jedoch abgesehen. "Jetzt wird auf Kosten des Bauherrn die Halle vergrößert. Aus unserer Sicht ist das ein Zugeständnis."

Im Sinne der Nachbarschaft, so sieht es jedenfalls die Verwaltung, soll auch die Erweiterung des bereits bestehenden Baumarktes entstehen. Kunden, erklärt Kaiser, würden über eine Schranke auf dem Parkplatz in die Halle hineinfahren, dort Fliesen und Baustoffe einladen und diese über einen Stichweg und die Industriestraße wieder verlassen. Also: in ausschließlich eine Richtung. Für diese Nutzung liegt ein Bauantrag und ein positiver Bauvorbescheid vor. Außerdem sollen in unmittelbarer Nähe zum Wohngebiet ein Parkplatz und ein Wendehammer für Lastwagen entstehen. "Der Wendehammer", sagt Manfred Meuter, "würde die Industriestraße wohlgemerkt nicht be-, sondern entlasten, indem er die Lkw zurück auf die Gustav-Heinemann-Straße führt."

(NGZ)