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Kaarst: Geschützte Bäume gefällt

Kaarst : Geschützte Bäume gefällt

Zuletzt häuften sich die Anträge zur Fällung von geschützten Bäumen im Stadtgebiet. Die Genehmigung bezieht sich auf unterschiedlichste Kriterien: Krankheit, öffentliches Interesse, besondere Umstände.

Geht es den Bäumen im Stadtgebiet schlecht? Gerade in den vergangenen Wochen häuften sich die Einsätze des Baubetriebshofs, um kranke Bäume zu fällen. Die hohe Anzahl sei allerdings reiner Zufall, sagt Heinz-Gerd Berns, als Sachgebietsleiter bei der Stadt für diesen Bereich zuständig. Und schließlich werde nicht nur gefällt, wenn sie schwer krank seien.

In diesem Jahr wurden bisher 37 Anträge zur Fällung im privaten Bereich und 29 für Bäume auf städtischem Gebiet gestellt. Das liegt über dem Schnitt der vergangenen zehn Jahre (insgesamt 51), ist aber auch nicht außergewöhnlich. Eine Schwankung zwischen den Jahren hängt oft mit großen Bauvorhaben zusammen. "Beispielsweise wurden für das Neubaugebiet an der Lichtenvoorder Straße dieses Jahr einige Bäume gefällt", sagt Berns.

Trotzdem gab es auch zwei schwere Krankheitsfälle: Die Bäume konnten nicht mehr gerettet werden. Am Gladiolenweg wurden mehrere Baum-Hasel von einem Pilz befallen. Auf dem Friedhof sowie an der Grundschule in Vorst sorgte das Bakterium Pseudomonas dafür, dass mehrere Kastanien starben. "Gegen einen Virenbefall ist kaum etwas zu machen. Wir können nur durch gute Wachstumsbedingungen oder gegebenenfalls durch eine Nährstoffzufuhr die Abwehrkräfte stärken", erklärt Heinz-Gerd Berns. Um Mutationen zu vermeiden, wird gelegentlich eine Probe beim Pflanzenschutzdienst in Bonn untersucht.

Müssen Bäume gefällt werden, gibt die Baumschutzsatzung der Stadt Kaarst feste Regeln vor. Bäume mit einem Stammumfang von 80 Zentimetern – gemessen in einer Höhe von einem Meter über dem Erdboden – sind geschützt mit dem Ziel, sie zu pflegen und vor Gefährdung zu bewahren. Ausgeschlossen sind die Pioniergehölze Weide, Birke und Pappel, die keine große Lebenserwartung besitzen.

Soll ein geschützter Baum gefällt werden, bedarf es der Genehmigung durch die Stadt. Neben der Gefährdung von Personen und Sachen ist auch das besondere öffentliche Interesse, also bei einem Bauvorhaben, ein Kriterium. "Ebenso können unzumutbare Lichtverhältnisse im Wohnraum durch Behinderung von Bäumen ein Grund sein", so Berns, der jeden Antrag vor Ort prüft. Für private Grundstücke erteilt der Landschaftsarchitekt selber die Genehmigung, für den öffentlichen Raum gibt sie der Bau- und Umweltausschuss.

Wird ein geschützter Baum gefällt, muss ein Ersatz gepflanzt werden. In manchen Fällen, meist bei Baumaßnahmen, werden Ausgleichszahlungen vorgenommen. Ordnungswidrigkeiten ziehen Bußgelder bis zu 50 000 Euro nach sich.

(NGZ)