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Kaarst: Gesamtschuldiskussion: Kritik an SPD-Brief

Kaarst : Gesamtschuldiskussion: Kritik an SPD-Brief

In der Diskussion um die Zukunft der weiterführenden Schulen in Kaarst sorgt die SPD erneut für Wirbel. Neuester Auslöser für massive Kritik ist ein von den Kaarster Sozialdemokraten herausgegebener "Nachbarschaftsbrief", der seit Ende vergangener Woche an die Haushalte verteilt wird. Die SPD setzt sich darin vehement für eine Gesamtschule in Kaarst ein.

Als eine wesentliche Grundlage für ihre Forderungen nennen die Sozialdemokraten eine Befragung von Grundschuleltern, die die Arbeitsgemeinschaft der Kaarster Schulpflegschaften im vergangenen Jahr initiiert hat. Arbeitsgemeinschaftsvorsitzende Gaby Rogner sagt: "Die Befragung diente nur unserer internen Meinungsbildung. Ergebnisse wurden nicht veröffentlicht, da es sich lediglich um eine Stimmungsabfrage handelt." Die Elternvertreter der Kaarster Schulen seien deshalb "sehr befremdet" darüber, dass die SPD in ihrem Mitteilungsblatt mehrfach Bezug auf die Umfrage nehme. "Bezüglich der weiteren möglichen Entwicklung der Kaarster Schullandschaft sind wir noch in der Meinungsfindung." Auch die CDU moniert "die Art und Weise" der sozialdemokratischen Gesamtschulwerbung. "Die SPD führt regelrecht einen Feldzug gegen die bestehende Schullandschaft", sagt Fraktionsvorsitzende Dorothea Zillmer und verweist zur Begründung darauf, dass im Nachbarschaftsbrief nicht nur der Bestand der Hauptschule, sondern auch der der Realschule in Büttgen infrage gestellt wird. "Zudem wird die seit weit mehr als zehn Jahren erfolgreich praktizierte Kooperation der Gymnasien in der Oberstufe kritisiert." Das sei "ein Schlag ins Gesicht" der Schulen.

CDU-Stadtverbandschef Lars Christoph ist der Meinung: "Die SPD will offenbar ihren ideologischen Traum einer Gesamtschule durchsetzen – koste es, was es wolle." Äußerungen ihres schulpolitischen Sprechers Ulf Imiela zum Schulstandort Büttgen sieht Christoph als "gezielten Störung des Anmeldeverfahrens". "Die Verunsicherung an den Schulen und in der Bevölkerung soll offenbar weiter geschürt werden, bewusste Falschinformationen eingeschlossen." Das sieht auch Beatrice Püttmann so. Die Schulpflegschaftsvorsitzende der Elisabeth-Selbert-Realschule hat sich in einem Brief an die SPD gewandt. Darin fordert sie die "öffentliche Klarstellung" einer "Fehlinformation". Die Aussage aus dem SPD-Nachbarschaftsbrief: "Realschule Büttgen – von Schließung bedroht", sei "definitiv eine Falschaussage, die wir so nicht dulden werden".

Auch die Schulpflegschaft der Neusser Mildred-Scheel-Realschule fordert eine Richtigstellung von der Kaarster SPD. Unter der Überschrift "CDU-Bürgermeister für die Gesamtschule in Neuss" werde eine Meldung verbreitet, die den Planungsstand der Stadt Neuss für die Zeit von Juli bis Oktober 2010 wiedergebe, heißt es. Weder die Mildred-Scheel- noch die Christian-Wierstraet-Realschule würden zugunsten einer weiteren Gesamtschule in Neuss geschlossen.

(NGZ)