Kaarst: Genau 17.208 Pins gesammelt

Kaarst: Genau 17.208 Pins gesammelt

Der Holzbüttgener Wolfgang Trojahn geht seinem Hobby mit großer Begeisterung und Sammelleidenschaft nach.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat sie herausgegeben, ebenso die Stadt Kaarst: Pins. Diese kleinen, metallenen „Visitenkarten“ sind längst für Sammler zu Objekten der Begierde geworden. Ins Guinnessbuch der Rekorde hat es ein Sammler mit 8900 Exemplaren gebracht. Der Holzbüttgener Wolfgang Trojahn hat es bis jetzt auf exakt 17 208 Pins gebracht, Tendenz steigend.

Der 49-jährige Junggeselle und Maschinenschlosser hatte im Jahr 2000 von seiner Firma den Auftrag bekommen, in China eine Maschine aufzustellen. Seine Schwester, Brigitte Schlabbers, gab ihm einige Pins als Gastgeschenke mit. „Die sehen aber schön aus“, schwärmten die Chinesen.

Wolfgang Trojahn wurde von der Begeisterung angesteckt, ist seitdem Sammler der kleinen Pins, die es in unzähligen Formen gibt. Zwar existieren mittlerweile auch Tauschbörsen, aber der Holzbüttgener bevorzugt Tauschpartner, die er in Städten wie Hamburg, Berlin und Stuttgart hat. Ist das Sammeln von Pins ein teures Hobby? „Für mich nicht, ich zahle nämlich grundsätzlich nicht mehr als 50 Cents für einen Pin“, erklärt der 49-Jährige.

Strebt Wolfgang Trojahn auch den Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde an? „Zunächst muss ich meine Sammlung erst mal ordnen. Das nimmt sehr viel Zeit in Anspruch.“ „Kind, was kriegst Du viel Post“, hatte sich seine Mutter noch zu Lebzeiten gewundert. 45 Briefe an einem Tag, das war Rekord. Im Treppenhaus hängen sie zu Tausenden auf Samt befestigt und so ausgeklügelt platziert, dass die Pins trotz ihrer unterschiedlichen Formen möglichst dicht zusammen befestigt werden konnten.

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Im Keller ist ein Raum ausschließlich dem Hobby gewidmet. Sein früherer Arbeitgeber, der US-Konzern Procter & Gamble, hatte zur Weltmeisterschaft Pins herausgegeben: „Ich habe kein einziges Exemplar bekommen“, beklagt Wolfgang Trojahn und bleibt seinem Prinzip treu: „Diese Pins werden mit vier Euro gehandelt - so viel gebe ich jedoch nicht aus.“

Dafür hat er ein Exemplar von den letzten Ballonflugweltmeisterschaften - 500 Exemplare gab es weltweit, seine Schwester hat ebenfalls eines. In der bunt glänzenden Vielfalt - die Pins wirken wie stark verkleinerte Karnevalsorden - fehlen noch solche aus Russland. Ist aus der Sammelleidenschaft mittlerweile eine Sucht geworden? Wolfgang Trojahn antwortet: „Im Prinzip schon, aber im Sommer gibt es für mich anderes zu tun: Gartenarbeit, ein bisschen mit dem Motorrad ’rumfahren und vor allem Flussreisen.

Von seiner „Hurtigrute“ hat er selbstverständlich Pins mitgebracht, ebenso von der Romreise, die ihn begeistert hatte. Da seine Schwester ihn beim Sammeln und Sortieren unterstützt, zeigt sich Wolfgang Trojahn erkenntlich und springt ein, wenn sie als Drehorgelspielerin mal ausfällt.

(NGZ)
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