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Kaarst: GBG-Schüler begeistern mit "Gestiefeltem Kater"

Kaarst : GBG-Schüler begeistern mit "Gestiefeltem Kater"

Was soll das Theater? Dieser Frage stellten sich die Schüler des Literaturkurses 12 des Georg-Büchner Gymnasiums (GBG) im Rahmen der Theaterwoche "Rampenfieber". Die Idee dazu entstammt einem Stück von Ludwig Tieck. Dabei geht es um ein Stück im Stück. Auf der Bühne stehen Schauspieler und gespielte Zuschauer.

Eine Theatergruppe führt das bekannte Märchen "Der gestiefelte Kater" auf. Das fiktive Publikum beobachtet dabei sehr kritisch. Schon zu Beginn werden die unterschiedlichen Erwartungen klar. "Theater muss politisch sein", meint der eine und erntet Widerspruch: "Das interessiert doch keine Sau." Der andere sagt: "Ich will gut unterhalten werden." Auch im Stück kommt es vor, dass die Zuschauer eine Szene unterschiedlich bewerten. "Eine Szene mit Herz – das ist doch schön", schwärmt eine in der ersten Reihe. "Das braucht doch keiner", schallt es ihr von hinten entgegen.

Bei Pannen in der Aufführung, sind die Zuschauer dann einer Meinung: "Die können ja noch nicht mal zur rechten Zeit auf die Bühne kommen", schimpfen sie und lachen die Schauspieler aus. Auch mit der Handlung sind die Zuschauer unzufrieden: "Ein sprechender Kater, wo gibt es denn sowas?" Irgendwann platzt dem Publikum der Kragen. Sie werfen mit Eintrittskarten und Programmheften, bevor sie das Theater verlassen.

Beim Aufräumen machen sich Schauspieler und Bühnenarbeiter Gedanken über die Schwächen des Stücks und die Zukunft des Theaters. Die Pessimisten glauben: "Theater ist tot." Gegen das Kino könne das Theater nicht ankommen. In der Diskussion ergibt sich ein anders Bild. Das Stück sei vor allem an den unterschiedlichen Erwartungen und der unfairness der Zuschauer gescheitert. Zum Schluss findet doch jeder was Gutes am Theater.

Auch das reale Publikum merkt: Am GBG ist Theater quicklebendig. Gute musikalische Untermalung, eine gehörigen Portion Humor und ordentliche schauspielerische Leistung werden auch das Festival im nächsten Jahr veredeln. Anders als die Zuschauer im Stück hielt das Kaarster Publikum daher auch bis zum Ende durch und geizte nicht mit Applaus und Lob. Die Theaterwoche geht heute um 19 Uhr mit dem Schülerkonzert zu Ende.

(NGZ)