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Galerie Splettstößer in Kaarst: Einblicke in mystische Welten von Renate Behla und Nele Waldert

Galerie Splettstößer in Kaarst : Kunstvolle Einblicke in mystische Welten

In der Galerie Splettstößer sind seit Sonntag Werke von Renate Behla und Nele Waldert zu sehen.

In der Galerie Splettstößer wurde am Sonntag eine Ausstellung mit Werken zweier Künstlerinnen eröffnet. Dieser Hinweis ist so überflüssig nicht, denn der Betrachter könnte gut und gerne auf den Gedanken kommen, da sind Zeichnungen und Skulpturen von lediglich einer Person zu sehen. Die Figurinen sind die große Gemeinsamkeit von Renate Behla und Nele Waldert. Ihre schnörkellosen Arbeiten lassen dem Besucher der Ausstellung Interpretationsspielraum. Aber aufgepasst: Oft ist das, was man da zu sehen glaubt, nicht das, was die Künstlerinnen mit ihren Werken bezweckt haben.

Nele Waldert stammt aus Kaarst. Sie studierte in Graz, Stuttgart und Düsseldorf, ist Meisterschülerin von Fritz Schwegler. Ihre Skulpturen, die im Wesentlichen aus Alabaster-Gips und Pappmaché bestehen, scheinen zum Teil aus der Wand herausgewachsen zu sein. Das gilt besonders für die Köpfe, wie man sie von Wasserspeiern her kennt. Die Märchen- und Mythenwelt ist ebenfalls eine Ideengeberin für Nele Waldert. Die 54-Jährige, die in Düsseldorf lebt und arbeitet, fügt ihren Arbeiten gerne Fundstücke hinzu, gerne aus Holz, aber auch aus Glas. Ein Thema ist die Standbein-/Spielbein-Tradition bei der Skulptur im Laufe der Kunstgeschichte, die Nele Waldert gern aufgreift. In einer Skulptur erkennt sie sich selbst wieder: Leicht bewegt sich die Waldliebhaberin in ihrer Lieblingsumgebung, um den Hals eine Kette, bestehend aus Tannenzapfen – ein Bein scheint mit dem Wald zu verschmelzen.

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Renate Behla stammt aus Dresden. Sie studierte an der Werkkunstschule in Wuppertal und ließ sich in Lausanne zur Bildweberin ausbilden. In der aktuellen Ausstellung sind jetzt ausschließlich sehr reduzierte Papierarbeiten zu sehen. Dabei geht es nicht darum, die Wirklichkeit abzubilden: Renate Behla zeigt Menschen mit seltsamen Auswüchsen. Sind das Tränensäcke, die lang und schwer vom Auge herabhängen? „Es ist nicht das, was es zu sein scheint“, sagt die Künstlerin und verrät, was sie sieht: Die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen. Farben verwendet sie sehr sparsam, Rot steht für Lebenskraft und Libido. Für eine rätselhaft anmutende Transparenz und eine spezifische Stofflichkeit sorgt Öl, das sie gezielt aufträgt. Mitunter präsentiert sie auch zwei Zeichnungen übereinander, die ein Ganzes ergeben.

Die Ausstellung an der Rathausstraße ist bis zum 11. Mai zu sehen, die Galerie bleibt vom 18. Bis 23. April geschlossen.