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Freiwillige Feuerwehr Kaarst rüstet sich für Waldbrände

Maßnahmen in Kaarst : Feuerwehr rüstet sich für Waldbrände

Es sind Nachrichten, die nicht nur Landwirten, sondern auch der Feuerwehr Sorgenfalten auf die Stirn treiben: Experten gehen derzeit auch für dieses Jahr von einem Extrem-Sommer mit hohen Temperaturen aus. In Kaarst soll ein neues Spezial-Fahrzeug angeschafft werden. Zudem finden intensive Schulungen statt.

Die Freiwillige Feuerwehr in Kaarst will nicht erst dann reagieren, wenn es zu spät ist, sondern bereits jetzt Vorkehrungen für die „Wald- und Feldbrand-Saison“ treffen, die in manchen Teilen des Rhein-Kreises ja bereits begonnen hat. Zahlreiche Gestrüpp-Brände in Neuss gab es zum Beispiel in Neuss am vergangenen Wochenende.

Wie der Kaarster Feuerwehr-Chef Andreas Kalla jetzt unserer Redaktion mitteilte, erhalten die Kräfte bald Verstärkung in Form eines neuen Lösch-Fahrzeugs. Der Vorteil: Mit dem – im Vergleich zum klassischen 16-Tonner – kleineren und wendigeren Gefährt soll man noch schneller auch an abgelegene Brandstellen kommen. Darüber hinaus werde die Freiwillige Feuerwehr in Form von intensiven Schulungen auf die verschiedenen Taktiken bei Wald- und Feldbränden vorbereitet. „Früher wurde das Thema in der Ausbildung lediglich angeschnitten und man hatte das Vorgehen fast nur theoretisch im Kopf – das hat sich mittlerweile geändert“, sagt Kalla, der unter anderem den Vorster Wald als besonders brandgefährdet ansieht: „Bei Trockenheit reicht manchmal nur eine weggeworfene Zigarette.“ Zudem gebe es rund um Kaarst zahlreiche Felder, die sich bei entsprechender Trockenheit leicht entzünden ließen. Um auf gefährliche Lagen vorbereitet zu sein, fänden regelmäßige Gefahrenanalysen für das gesamte Stadtgebiet statt.

Dass die Thematik längst den Status „Theorie“ hinter sich gelassen hat, konnte die Kaarster Feuerwehr auch zuletzt in Niederkrüchten erleben, wo es zu einem großen Waldbrand gekommen war. Neben weiteren Kräften aus dem Rhein-Kreis Neuss reisten auch Kollegen aus Kaarst zur Unterstützung in den Kreis Viersen. Dies geschah unter anderem in der Bereitschaftsführung, die mit Marcus Gruenberg der Feuerwehr Kaarst an der Einsatzstelle besetzt war.

Doch um die wachsenden Aufgaben in der Zukunft meistern zu können, braucht es mehr Personal. Rund 20 zusätzliche Kräfte sind laut Personalbedarfsplanung nötig, um pro Löschzug über 70 Leute zu verfügen. Darum arbeitet die Freiwillige Feuerwehr Kaarst derzeit an der Optimierung ihrer Öffentlichkeitsarbeit. In einem neuen Ehrenamtskonzept, das im Mai beschlossen werden soll, ist unter anderem festgehalten, dass die Feuerwehr mehr Werbung in sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram oder Twitter machen kann. Zudem wurden bereits Anfang des Jahres erste Interviews für einen großen Werbefilm abgedreht, der ebenfalls für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgen soll. Wegen der aktuellen Corona-Pandemie liegen die Dreharbeiten nach Angaben von Kalla jedoch derzeit auf Eis. So fehlten unter anderem noch Drehs von nachgespielten Einsätzen, Übungen und der Gerätepflege. Die fehlenden Szenen sollen jedoch möglichst bald – wenn es die Hygiene- und Sicherheitsvorschriften erlauben – nachgeholt werden.