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Kaarst: Französische Dessous aus Kaarst

Kaarst : Französische Dessous aus Kaarst

Die Zentrale des Unternehmens Hop Lun liegt in Hongkong. Vom deutschen Firmensitz an der Maubisstraße aus vertreibt Petra Steinheimer die Retro-Unterwäsche-Marke "Scandale" nach ganz Europa.

Diese elegante Unterwäsche kommt aus Kaarst. Petra Steinheimer vertreibt die französische Unterwäsche-Marke "Scandale" – von ihrem Büro an der Maubisstraße aus nach ganz Europa. Gegründet in den 1930er Jahren, greifen die neuen Designs den Stil von damals in moderner Form wieder auf. Als der Korsett- und Strumpfwarenhersteller Robert Perrier im Jahr 1932 inspiriert durch ein völlig neuartiges Material einen Hüfthalter entwarf, der den steifen und unbequemen Zeitgeist hinter sich ließ, rief seine Assistentin beim Anblick der zarten und weichen Dessous: "C'est un scandale!" ("Was für ein Skandal!"). Der Markenname war geboren.

Petra Steinheimer arbeitet als Vertriebsmanagerin für die Firma Hop Lun aus Hongkong. Der Unterwäschespezialist kaufte die Marke bereits vor fünf Jahren auf, ließ sich aber Zeit mit der Wiedereinführung am Markt. "Zuletzt war es eine ganz normale Wäschelinie. Wir haben uns aber für das Erbe des Gründers entschieden", sagt Steinheimer. Für den Retro-Charme und den Pariser Glamour der 1930er Jahre entschloss sich der Hersteller deshalb auch, die Fotos an einer Örtlichkeit in der französischen Hauptstadt zu schießen. Die Kollektionen "Sirène" und "Harmonie" kommen Mitte August in die Läden. Als Shapeware formen sie den Körper, stellen eine S-Kurve heraus. "Die Wäsche soll den ganzen Tag tragbar sein und man soll sich nicht reingezwängt fühlen", sagt Steinheimer.

Als Vertriebsmanagerin ist die Kaarsterin viel unterwegs in Europa. Das kann ein Tagestrip oder ein zehntägiger Aufenthalt sein. Regelmäßig ist sie in den Modemetropolen Paris, London und Moskau zu Gast. Alle zwei Monate trifft sie sich mit den Designern und Produktmanagern von Hop Lun in Hongkong, um Neuentwicklungen und die Vermarktung zu besprechen. In den USA etwa konzentriert sich eine Agentur explizit darauf, Prominente als Werbeträger für die Dessous zu gewinnen.

Seit zwölf Jahren ist Petra Steinheimer für das chinesische Unternehmen tätig. Als ihr Mann beruflich nach Hongkong zog, lernte sie den Chef von Hop Lun kennen. Zurück in Deutschland baute sie in Kaarst die deutsche Firmenzentrale auf. Die Nähe zur Modestadt Düsseldorf war reizvoll für das Unternehmen. Heute wird Steinheimer in ihrem Kaarster Büro von acht Mitarbeitern unterstützt. "Die Aufgabe ist sehr vielschichtig", sagt sie. Dabei gilt es für die 49-Jährige, den Markt in Europa neu zu erobern. Außer in Frankreich war "Scandale" zuletzt vor allem in Japan und Korea bekannt. 2013 soll eine Bademoden-Kollektion folgen.

(stef)