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Kaarst: Förderschulen "fusionieren"

Kaarst : Förderschulen "fusionieren"

Weil die Schülerzahlen perspektivisch sinken, soll die Kaarster Martinusschule mit den Förderschulen in Korschenbroich und Meerbusch ab dem Schuljahr 2013/2014 kooperieren. Der Kreis übernimmt die Trägerschaft.

Eltern von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden in Zukunft die Wahl haben: zwischen einer herkömmlichen Förderschule und einer allgemeinen Schule als Förderort. Behinderte und nicht behinderte Schüler lernen gemeinsam. Das ist der Gedanke der Inklusion, und auf den wird in Nordrhein-Westfalen fortan besonders viel Wert gelegt. Vor diesem Hintergrund – und unter dem Einfluss der demografischen Entwicklung – rechnet die Verwaltung mit sinkenden Schülerzahlen an der Martinusschule. Was nun Konsequenzen hat.

Die Kaarster Förderschule kooperiert derzeit mit einer Förderschule in Korschenbroich. Jetzt soll der Zweckverband aufgelöst werden – zugunsten einer Kooperation mit Korschenbroich und Meerbusch, unter Kreisträgerschaft. Die Kaarster Grünen fühlen sich über den anstehenden Schulträgerwechsel schlecht bis gar nicht informiert und haben für die morgige Ratssitzung eine Anfrage an Schuldezernent Heinz-Dieter Vogt gerichtet. Angesichts der Tatsache, dass es bereits Fragen und Unsicherheiten bei den Eltern gebe, sei es unverständlich, dass die Fraktionen bis heute nicht informiert worden seien, sagt Grünen-Fraktionschef Christian Gaumitz. Heinz-Dieter Vogt betont: Das Thema sei bereits im Juli in der Sitzung des Arbeitskreises "Schule" angesprochen worden. "Eine entsprechende Mitteilungsvorlage war ursprünglich für die Sitzung des Schulausschusses am 19. September vorgesehen." Diese Sitzung wurde jedoch auf den 27. September verschoben. Fakt ist: Der Negativtrend ist an allen fünf Förderschulstandorten im Rhein-Kreis Neuss spür- oder zumindest absehbar. Mittelfristig soll die Inklusion in allen Bildungseinrichtungen umgesetzt werden. Der Kreis hat sich bereiterklärt, die Martinusschule ab dem Schuljahr 2013/2014 als Schulträger weiterzuführen. Als Grundlage dafür soll eine Vereinbarung zwischen den Städten Kaarst, Korschenbroich und Meerbusch geschlossen werden. Geht es nach der Verwaltung, entscheidet darüber im Dezember der Rat.

Für Meerbusch bedeutet das, dass die städtische Raphael-Schule aufgelöst würde. Die Schüler übernähme die Martinusschule. Kaarster Eltern hingegen müssten keine Veränderungen fürchten. Ein Wechsel des Standortes sei mit dem Schulträgerwechsel ebenso wenig verbunden wie ein Wechsel in der Schulleitung.

(NGZ)