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Kaarst: Förderkreis Holzbüttgen vor der Auflösung?

Kaarst : Förderkreis Holzbüttgen vor der Auflösung?

Zentrum-Chef Josef Karis will an der Spitze des Förderkreises Franjo Rademacher nachfolgen, stößt damit aber auf Ablehnung.

Die Zukunft des Förderkreises Holzbüttgen steht auf der Kippe – mit der Tendenz zum Absturz. Die Neuwahl des Vorstands auf der Mitgliederversammlung im April mussten mangels Kandidaten ausgesetzt werden. Bereits damals kündigte der Vorsitzende Franjo Rademacher an, dass die letzte Konsequenz daraus die Auflösung des 800 Mitglieder starken Vereins sein würde. Der amtierende Vorstand erklärte sich bereit, kommissarisch im Amt zu bleiben und bis Ende August letzte Gespräche zu führen.

Ohne Erfolg, wie sich jetzt abzeichnet. "Ich bin zum Endergebnis gekommen, dass niemand der Angesprochenen den Job des Vorsitzenden übernehmen möchte, oder dass gar ein Team zur Verfügung steht", sagt Rademacher. In diesem Monat kommt der Vorstand des Förderkreises zu einer Sitzung zusammen, für Oktober soll dann zu einer Mitgliederversammlung eingeladen werden. Rademacher würde nach heutigem Stand die Auflösung des Förderkreises zum 31. Dezember auf die Tagesordnung setzen.

Dazu möchte es Josef Karis nicht kommen lassen. "Dann werde ich in der Versammlung für den Vorsitz kandidieren", sagt er auf NGZ-Nachfrage. Der Ratsherr und Vorsitzende der Zentrums-Partei bekräftigt damit seine Aussage vom April wenige Tage nach der Mitgliederversammlung. Darin deutete er an, den Vorsitz notfalls übernehmen zu wollen, sollte sich kein anderer Kandidat mehr finden. Für Franjo Rademacher war dies damals und ist es heute keine geeignete Lösung. "Er kann natürlich kandidieren, aber ich werde in der Versammlung dann auch meine Bedenken äußern", sagt der langjährige Vorsitzenden des Förderkreises. "Man kann nicht im Stadtrat sitzen und eine Bürgerinitiative führen. Josef Karis müsste sein Mandat dafür abgeben. Ich habe damals auch mit Rücksicht auf den Förderkreis auf ein Ratsmandat verzichtet", erklärt er.

Im Grundsatz teilt Karis die Ansicht, die ihm Rademacher auch im freundschaftlichen Gespräch dargelegt hat. "Aber ich möchte nicht, dass sich der Förderkreis auflöst. Es gibt noch genug brennende Themen", sagt Karis und nennt einige Beispiele: Nordkanalschlamm, Grundwasser, Fluglärm, innerstädtische Verdichtung, Ikea und das Gewerbegebiet "Kaarster Kreuz". Die Entscheidung liegt nun in der Mitgliederversammlung bei den anwesenden Stimmberechtigten.

Auf lange Sicht möchte Josef Karis das Amt des Förderkreisvorsitzenden allerdings nicht innehaben, sondern über ein bis zwei Jahre neue Leute heranziehen. Dies habe der alte Vorstand versäumt, lautet sein einziger Kritikpunkt an der sonst eigentlich erfolgreichen Arbeit. Ein Team aus jüngeren und älteren Leuten, die im Vorstand mitarbeiten würden, aber jetzt nicht in vorderster Front, habe er beisammen, sagt Josef Karis. Sein Ratsmandat werde er aber nicht aufgeben.

(NGZ)