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Kaarst: Förderkreis Holzbüttgen droht die Auflösung

Kaarst : Förderkreis Holzbüttgen droht die Auflösung

Holzbüttgen hat in den fast 20 Jahren seines Bestehens einiges für seinen Stadtteil bewegt und beeinflusst. Der Vorstand um seinen Vorsitzenden Franjo Rademacher wollte nun einen Generationswechsel einleiten – verständlich, denn allein das Trio in der Führungsspitze ist 70, 74 und 82 Jahre alt. Doch nachrücken möchte niemand.

Holzbüttgen hat in den fast 20 Jahren seines Bestehens einiges für seinen Stadtteil bewegt und beeinflusst. Der Vorstand um seinen Vorsitzenden Franjo Rademacher wollte nun einen Generationswechsel einleiten — verständlich, denn allein das Trio in der Führungsspitze ist 70, 74 und 82 Jahre alt. Doch nachrücken möchte niemand.

rp rp Obwohl die Nicht-Kandidatur der gesamten Vorstandsriege bereits vor einem Jahr angekündigt wurde, fanden sich keine Nachfolger. Die Wahlen auf der Jahreshauptversammlung am Dienstagabend wurden ausgesetzt. Franjo Rademacher nannte in seinem Bericht den Förderkreis eine "wirkliche Erfolgstory". Man habe die Verschönerung des Wegs zur Regiobahn und den Ausbau des Grünzugs Commerhof erreicht, für die Sanierungen der Kaarster- und Hasselstraße gekämpft und die Schließung der Gümpgesbrücke im Zuge der Gewerbegebietsentwicklung im Holzbüttgener Osten verhindert.

"Das Image von Holzbüttgen hat sich in den vergangenen zehn Jahren im Bewusstsein von Politik, Verwaltung und in der Bevölkerung stark gewandelt und verbessert", so Rademacher. Hat der Förderkreis also alles erreicht? Wohl nicht, denn wie die Mitgliederversammlung zeigte, sind Themen wie Nordkanalentschlammung und Grundwasser, Fluglärm und die Ansiedlung von Ikea längst nicht abgeschlossen. Trotzdem erlebte der noch amtierende Vorstand keine Überraschung, als er ein letztes Mal in die Runde der rund 40 Anwesenden fragte, ob jemand für den Vorsitz kandidieren wolle. Auf die Bitte, ein weiteres Jahr interimsweise weiterzumachen und das ein oder andere interessierte Mitglied einzuarbeiten, wollten sie nicht eingehen. Der Schritt sei frühzeitig angekündigt worden, entgegnete Rademacher. Er selbst habe im vergangenen Jahr rund 25 Gespräche mit potenziellen Kandidaten geführt.

Der von ihm ins Auge gefasste "heimliche Kronprinz" Frank Lasogga sagte wegen seiner beruflichen Tätigkeit im In- und Ausland ab, der zuletzt gehandelte Grünen-Fraktionsvorsitzende Christian Gaumitz schloss seine Kandidatur von vorneherein aus. Dazu Rademacher: "Es sollte auch kein Ratsmitglied Vorsitzender des Förderkreises werden, denn sonst würden klare Linien verwischt."

Am Ende erklärte sich der komplette Vorstand — Rademacher, Theo Werner (stellvertretender Vorsitzender), Lilli Werner (Schatzmeisterin), Toni Kränzle (Schriftführer), Frank Lasogga und Beate Kopp (Beisitzer) — bereit, bis Ende August mit der Aufgabe im Amt zu bleiben, letzte Gespräche zu führen und bis dahin zu einer Mitgliederversammlung einzuladen. Dann steht auf der Tagesordnung nur ein Punkt, entweder "Neuwahlen" oder "Beschlussfassung zur Auflösung des Förderkreises Holzbüttgen". Finden sich bis dahin keine Kandidaten für den Vorstand, würde ein Liquidator beauftragt und der Verein zum 31. Dezember aufgelöst.

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