Kaarst: Fenster der Johanneskirche soll bis Ende 2017 finanziert sein

Kaarst : Fenster der Johanneskirche soll bis Ende 2017 finanziert sein

Die Johanneskirche in Büttgen könnte sich bis zum Jahresende verändern. Denn das von Glaskünstler Burkhard Siemsen entworfene Fenster mit dem Thema "Die vier Evangelisten" soll bis dahin realisiert und eingesetzt werden. Voraussetzung: Es kommen genug Spendengelder zusammen. "Viele Gemeindemitglieder äußerten den Wunsch, das als Fremdkörper empfundene Milchglas des linken Kirchenschiffes durch ein gestaltetes Fenster zu ersetzen", erklärt Werner Hoffmann, Pfarrer der Johanneskirchengemeinde. Um das Ganze realisieren zu können, wurde ein Förderverein gegründet.

Das Fenster war als Entwurf in der Salix-Ausstellung im Büttgener Rathaus zu sehen. "Ich habe schon drei Blätter verkauft", sagt Burkhard Siemsen und ergänzt: "Der Erlös fließt in den Spendentopf. Von daher ist die Ausstellung schon jetzt für mich ein Erfolg." Denn damit hat er schon mal einen Grundstock von 150 Euro geschaffen.

"Das neue Fenster wird sich auch thematisch gut einfügen", sagt Pfarrer Hoffmann. Denn Kirchenfenster seien auch immer Glaubenszeugnisse. So zeigen die von Glasmaler Heinz Lilienthal gefertigten Fenster im Altarraum Kirchenfeste wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten.

Das Thema des neuen Fensters stammt von Siemsen selbst. "In der evangelischen Kirche steht ja das Wort Gottes im Vordergrund. Die Evangelisten als dessen Verkünder sind deshalb anhand ihrer Bildzeichen dargestellt", erläutert Siemsen.

Das Fenster besteht aus fünf schmalen Öffnungen. Sie fließen durch zwei übergreifende Bögen zu einem ganzheitlichen Bild zusammen. In der Mitte ist das Symbol für die göttliche Dreifaltigkeit zu sehen, um das sich die vier Evangelisten gruppieren: Der Engel steht für Matthäus, der Löwe für Markus, der Stier für Lukas und der Adler für Johannes. Die zugrundeliegenden Farben Weiß, Blau und Grün versinnbildlichen die göttliche, himmlische und irdische Ebene, erklärt der Künstler. Das Fenster wird wie die schon vorhandenen in traditioneller Bleiverglasung ausgeführt. Der Handwerksprozess wird dem Ganzen eine lebendige Struktur verleihen. Als Blickfang dient ein mittig in das Dreifaltigkeitssymbol eingesetzter kristallin wirkender Glasbrocken.

Burkhard Siemens Werke spiegeln überhaupt seinen eigenen Glauben wider: "Ich bin ein religiöser Mensch", sagt er bestimmt, "groß geworden in einer sehr christlichen evangelischen Familie. Auch das Studium der Kunstwissenschaft trug auch dazu bei, dass ich bibelfest und -kundig bin." Sein persönliches Fazit also lautet: "Da kommt man an religiösen Darstellungen nicht vorbei."

(keld)