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Kaarst: Familie erfüllt Weihnachtswünsche

Kaarst : Familie erfüllt Weihnachtswünsche

Vorweihnachtszeit ist Spendenzeit. Die NGZ stellt deshalb private Initiativen aus Kaarst vor, die aus Überzeugung Gutes tun – wie Familie Gaspers. Erneut organisieren die Holzbüttgener die Wunschbaum-Aktion im Kaarster Rathaus.

Vorweihnachtszeit ist Spendenzeit. Die NGZ stellt deshalb private Initiativen aus Kaarst vor, die aus Überzeugung Gutes tun — wie Familie Gaspers. Erneut organisieren die Holzbüttgener die Wunschbaum-Aktion im Kaarster Rathaus.

Im Rathaus Kaarst steht ein ganz besonderer Tannenbaum. Seine Spitze reicht weit über die erste Etage hinaus. Den Schmuck haben die Kinder der Grundschule Budica gebastelt, und wenn abends die Lichter in den Büros der Rathausmitarbeiter ausgehen, strahlen die rund 1000 LED-Lämpchen des Baums weiter, so dass er auch von draußen noch zu sehen ist. Die Tanne trägt aber auch noch etwa 250 Wünsche von bedürftigen Kindern. Zum wiederholten Mal organisiert die Familie Gaspers aus Holzbüttgen die Wunschbaumaktion.

"Jeder aus der Familie hat seine Aufgabe", sagt Familienoberhaupt Georg Gaspers. Der selbstständige Gärtnermeister besorgt den Baum, seine Frau Martina schaut fast jeden Tag vorbei und kontrolliert, welche Geschenke bereits abgegeben wurden. Tochter Katrin Kovacevic kümmert sich mit ihrem Mann um die Logistik, Sohn Christoph Gaspers und Freundin Melanie Schmitz kümmern sich um alle nötigen Arbeiten am Computer. Und Enkelin Elina (5) erfüllt dieses Jahr selbst ihren ersten Weihnachtswunsch, ein kleines Spielzeugpferd.

Die Wunschbaumaktion wurde einmal als kreisweites Projekt gestartet. "Als sie eingestellt wurde, wollten wir sie für Kaarst erhalten und übernahmen die Patenschaft", erzählt Georg Gaspers. Bei sozialen Diensten und Einrichtungen fragt die Familie vorab an, wo Bedarf zur Hilfe steht. Kinder bis 18 Jahre schreiben dann ihren Wunsch im Wert von höchstens 20 Euro auf eine Karte, die an den Tannenbaum gehängt wird. Die gesamte Aktion bewahrt die Anonymität: Genannt wird nur der Vorname und das Alter, selbst Familie Gaspers kennt die Empfänger nicht. "Die Wünsche sind sehr bescheiden, liegen sozusagen im Pfennigbereich", so Georg Gaspers.

"Häufig sind es alltägliche Gegenstände, die fehlen, wie eine Milchflasche oder ein Beißring für ein drei Monate altes Baby", ergänzt Katrin Kovacevic. Dass es auch in Kaarst solche Armut gibt, hat die junge Mutter vor vier Jahren selbst überrascht. Aber die Mitbürger zeigen sich sehr spendabel. Häufig schenken sie sogar noch etwas extra hinzu. "Meistens bleiben am Schluss nur ein paar spezielle Wünsche übrig, die man vielleicht nicht so einfach besorgen kann", sagt Georg Gaspers. "In manchen Fällen geben die Leute das Geld auch im Rathaus ab und wir besorgen es dann. Oft sind es Ältere, die gerne etwas beisteuern möchten, es aber nicht einkaufen können", sagt Katrin Kovacevic.

Unterstützt werden die Gaspers von zusätzlichen Helfern im Hintergrund. Josef Rütten, ein Freund der Familie, gestaltet und druckt jedes Jahr die Wunschkarten für den Baum. Die Empfangsdamen im Rathaus nehmen die eingepackten Geschenke entgegen, der Hausmeister kümmert sich um die Einlagerung im Keller.

Die Wunschbaumaktion läuft noch bis zum kommenden Samstag, 15. Dezember. Dann wird Familie Gaspers die Präsente sortieren und von den sozialen Institutionen abholen lassen.

(stef)