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Kaarst: Erste Stele für Büttgen

Kaarst : Erste Stele für Büttgen

Am Regionalbahnhof in Büttgen wird die Plastik "Himmelstürmer" des Bildhauers Jörg W. Schirmer aufgestellt. Die Arbeit ist ein Geschenk des Künstlers und wurde von der Firma van den Bongard gesponsert.

Der Stelenpark rund um den Rathaussee und am Martinuskunstweg ist bereits gut bestückt; auch Vorst hat mit einer Arbeit des Neussers Michael Kortländer sein erstes Kunstwerk bekommen, und am kommenden Samstag ist nun Büttgen dran.

Driesch und Holzbüttgen sollen auch bald folgen, wenn es nach dem Willen von Kulturmanager Klaus Stevens geht, aber zunächst einmal wird am Regionalbahnhof in Büttgen Jörg W. Schirmers Plastik "Himmelsstürmer" — als Geschenk des Künstlers und in der Fertigung von der Kaarster Firma van den Bongard gesponsert — offiziell übergeben. Die Arbeit zeigt einen springenden Mann, der sich aus 53 Aluminiumscheiben zusammensetzt und wie immer bei Schirmers Figuren einen unproportional großen Fuß hat.

Vor rund eineinhalb Jahren haben Stevens und Schirmer den Standort auf einer Rundtour durch Kaarst ausgeguckt. "Mir hat daran besonders gut gefallen", so sagt es Schirmer, "dass dort so viele Menschen kommen und gehen." Denn Bewegung, sowohl physischer wie auch mentaler Art, sei auch das, was sein "Himmelstürmer" symbolisiere. Bei starkem Wind wird sich die rund 43 Kilo schwere Plastik auch selbst bewegen.

Für Schirmer ist die Stelle an der Bahnunterführung ein passender "alltäglicher Standort", und dass eine Skulptur nun auf einer Wiese steht, die unter Umständen auch gerne von Hunden für etwas ganz anderes frequentiert wird, nimmt er mit dem Humor des Städters: "Das gibt es doch überall", sagt er lachend und gewinnt der Sache zudem etwas Positives ab: "Da sind auch immer Menschen dabei, die die Plastik dann wahrnehmen." Schirmer wünscht sich, dass seine Figur "ein Begleiter wird, dem man täglich begegnet" — gerade auch mit Blick auf die vielen pendelnden Schüler, die er mit den bunten Farben einzufangen hofft.

Schirmer hat seine Arbeit der Stadt kostenlos überlassen ("man hat mir dafür ja eine schöne Ausstellung ausgerichtet") und ist dafür zudem neue Wege gegangen. Denn eigentlich arbeitet er nur mit Holz — auch in Schichten —, "aber das Material kommt für eine dem Wetter ausgesetzte Außenskulptur nicht infrage".

Deswegen die Entscheidung für Stahl, dessen Schichten in der Werkstatt van den Bongard unsichtbar verschraubt wurden. Der Kaarster Kulturmanager Klaus Stevens weiß diese Unterstützung nur zu gut zu schätzen: "Sonst würde es sehr, sehr teuer werden."

Stevens hat indes schon das nächste Kunstwerk im Blick. Wenn alles gut gehe, sagt er, werde in Holzbüttgen eine Skulptur des Neusser Steinbildhauers Jürgen Zaun aufgestellt. Und auch Driesch soll noch ein zeitgenössisches Kunstwerk bekommen. "Wenn ich nur wüsste, wohin", sagt er seufzend. Und hofft auf Vorschläge.

(NGZ/rl)