1. NRW
  2. Städte
  3. Kaarst

Kaarst: Erfolgreich die Holzburg gestürmt

Kaarst : Erfolgreich die Holzburg gestürmt

Kaarst Auf diesen Moment hatten sie lange gewartet: Rund 40 Kinder, teilweise noch mit ihrem Negerkuss in der Hand, stürmten wie auf Kommando los, eroberten die Holzburg, erklommen den Hang, um sich auf der längsten Rutschbahn in ganz Kaarst wieder nach unten transportieren zu lassen. Der Spielplatz auf dem ehemaligen Stodiek-Gelände ist fertig und wurde am Montag offiziell seiner Bestimmung übergeben - endlich!

Auf einer Fläche von rund 1000 Quadratmetern können nun die Kinder tollen, die An der Sonnenuhr wohnen. Die Spielgeräte sind aus naturbelassenem Eichenholz. Sie passen auch optisch harmonisch in die Umgebung - vor allem die vielen Schatten spendenden Bäume machen den Spielplatz an der Sonnenuhr zu einer Besonderheit. Rund 100 000 Euro hat der Platz gekostet - von der Stodiek Wohnpark Kaarst finanziert. Auch die Stadt hat ihren Beitrag geleistet - vor allem der städtische Bauhof. Doch nachdem Eltern und Kinder jahrelang auf den Spielplatz gewartet hatten, ging es dann ganz schnell: Die Stadt hatte Anfang Juni dieses Jahres die Baugenehmigung erteilt. "Der Weg zum Spielplatz ist gerade erst frisch fertig geworden", erläutert Roland Gottschling, Niederlassungsleiter der IVG Management GmbH.

Ursprünglich war geplant am Eingang zum Spielplatz eine Skulptur aufzustellen "Eine Hundeskulptur mit Sonnenuhr", erläutert Gottschling. Die mehr als 20 000 Euro sind dann aber doch dafür eingesetzt worden, den Spielplatz noch attraktiver zu gestalten. Eine Nestschaukel, die Holzburg, die mit acht Metern längste Rutsche in ganz Kaarst - das sind keine Ideen von professionellen Planern gewesen. Die Kinder selbst wollten diese Geräte. Stadtjugendpfleger Ralf Schillling hatte nämlich im Vorfeld Kinder eingeladen und sie nach ihren Meinungen gefragt. "Die Geräte, die hier stehen, wollten die Kinder so haben", sagte er.

Der Technische Beigeordnete Manfred Meuter erklärte: "Bei der Umfrage kam heraus, dass die kleineren Kinder gar nicht unbedingt mit ihren Förmchen abseits im Sandkasten sitzen wollen." So wurde kein Sandkasten im klassischen Sinn angelegt,. Statt dessen ist die Holzburg nun mit offenen Sandflächen umgeben. Die Kinder waren am Montag jedenfalls fast alle sehr begeistert von den neuen Spielmöglichkeiten, wollten gar nicht mehr nach Hause.

Die meisten Eltern auch. Es gab aber auch etwas Kritik: "Ich finde den neuen Spielplatz nicht so berauschend", sagte Engin Tinmaz. Er ist einer der ersten Bewohner An der Sonnenuhr, lebt mit seiner Familie schon fast fünf Jahre dort. "Der Weg hoch zur Rutsche ist überhaupt nicht abgesichert. Da braucht nur ein Kind ein anderes zu schubsen - und schon fällt es den Anhang hinunter", macht er sich Sorgen. Tinmaz hofft, dass dort noch ein Absperrgitter installiert wird.

Der Spielplatz An der Sonnenuhr ist übrigens ein städtischer Spielplatz. Die Investoren haben den Platz zwar gebaut und bezahlt. Doch die Stadt ist für die komplette Nachsorge zuständig. "Wir haben einen eigenen Spielplatztrupp, der jeden Tag die Plätze kontrolliert und gleich vor Ort kleinere Reparaturen ausführen kann", sagte Manfred Meuter.

Zur SacheFörmchenspiele

(NGZ)