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Kaarst: Erdbeer-Verkaufsstand sorgt für Ärger im Rat

Kaarst : Erdbeer-Verkaufsstand sorgt für Ärger im Rat

SPD-Ratsfrau Anneli Palmen sieht im Stand an der Giemesstaße eine Verkehrsgefährdung. Um den Standplatz vor dem Rathaus wird gerungen.

Frische Erdbeeren aus der Erdbeere, dieses Verkaufsprinzip verfolgen die örtlichen Landwirte seit vielen Jahren. Die in Form der roten Frucht gestalteten Verkaufsstände gehören in diesen Wochen zum Stadtbild dazu. Eine "Erdbeere" wurde im Stadtrat jetzt allerdings zum Politikum. Die stellvertretende Bürgermeisterin und SPD-Ratsfrau Anneli Palmen mahnte eine Verkehrsgefährdung durch den Stand an der Giemesstaße an.

"Es kommt immer wieder zu haarscharfen Situationen", sagte Palmen. Die "Erdbeere" hat eine gute Lage nahe am Ortseingang und an einer vielbefahrenen Straße. Wenn die Kaarster von der Arbeit heimkehren und aus Richtung Autobahn kommen, können sie sich dort mit frischen Erdbeeren für den Abend versorgen. Dafür halten sie gerne mal kurzfristig am Straßenrand oder queren ohne viel Rücksicht den Fahrrad- und Fußweg. Ordnungsrechtlich sei alles geprüft und in Ordnung, hieß es im Rat. Der Eigentümer der "Erdbeere", Landwirt Franz-Josef Küppers, erklärte auf Nachfrage, nach der Debatte dennoch nachgebessert und die Situation entschärft zu haben. So weist ein kleines Schild die Kunden nun noch einmal genau auf die zur Verfügung stehenden Parkplätze direkt neben dem Stand hin.

Küppers betreibt derzeit nur einen Verkaufsstand für Erdbeeren und befindet sich mit der Stadt Kaarst in Abstimmung für einen zweiten. Sein Landwirtskollege Heiner Goetschkes aus Vorst ist zurzeit mit drei "Erdbeeren" vertreten. "Die Nachfrage ist da und ich würde gerne auch noch weitere Stände eröffnen. Das Problem ist nur, einen guten Verkaufsplatz zu finden", sagt er. So darf die "Erdbeere" nicht zum Hindernis für Anlieger und Passanten, Geh- und Radwege nicht versperrt werden. Ebenso sollten die Kunden dort vernünftig parken können.

Ein ordnungsrechtliches Genehmigungsverfahren umfasst allerdings nur Verkaufsstände auf öffentlichen Wegen und Plätzen. Bis auf den Stand am St.-Eustachius-Platz in Vorst stehen alle auf Privatgrundstücken. In der Stadtmitte, auf dem Parkplatz der Gaststätte gegenüber dem Rathaus, fehlen sie im Gegensatz zum Vorjahr. Die Fläche war im vergangenen Jahr noch in Privatbesitz, gehört jetzt aber der Stadt.

"Im Sinne der Wirtschaftsförderung würde die Stadt gerne interessierten Landwirten die Möglichkeit zur Aufstellung einer 'Verkaufs-Erdbeere' in der Stadtmitte einräumen, wobei sich die bisher beteiligten Parteien in einem kürzlich geführten Gespräch einig waren, dass diese nicht wie im Vorjahr unmittelbar nebeneinanderstehen können", erklärt Stadtsprecherin Sigrid Hecker. Sollten keine zwei ähnlich attraktiven Standorte auf öffentlichem oder privatem Grund in der Stadtmitte gefunden werden, müsste die Vergabe eines Stellplatzes gegenüber des Rathauses in einem fairen, nach öffentlich-rechtlichen Kriterien durchzuführenden Verfahren mit Zugangsmöglichkeiten für beide Bewerber erfolgen.

(stef)