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Kaarst: Engagiert für Kaarster Senioren

Kaarst : Engagiert für Kaarster Senioren

Für junge Menschen können sie ein Vorbild sein, weil sie haben, was den Generationen nach ihnen mitunter noch fehlt: Lebenserfahrung. In der NGZ erzählen Senioren aus Kaarst aus ihrem Leben. Theo Thissen engagiert sich seit jeher für das, was ihm am Herzen liegt – in Sport, Kirche und Politik.

Für junge Menschen können sie ein Vorbild sein, weil sie haben, was den Generationen nach ihnen mitunter noch fehlt: Lebenserfahrung. In der NGZ erzählen Senioren aus Kaarst aus ihrem Leben. Theo Thissen engagiert sich seit jeher für das, was ihm am Herzen liegt — in Sport, Kirche und Politik.

Für Theo Thissen ist es selbstverständlich, sich für alles zu engagieren, was ihm am Herzen liegt. Und das ist viel. Geboren wurde er 1940 in Moers-Kapellen, wo sein Vater als Molkereimeister in der Landwirtschaft gearbeitet hat. Der 72-Jährige beschreibt seine Kindheit als glücklich.

Er verstand sich gut mit seinen vier Geschwistern, genoss den Umgang mit den vielen Tieren und das Vertrauen seiner Eltern in seine eigenen Entscheidungen, was seinen Lebensweg anging. "In gewisser Weise haben die Entbehrungen in der Nachkriegszeit den Zusammenhalt in den Familien gefestigt", sagt Thissen, der seit 44 Jahren in Kaarst lebt.

Etwas, was seine Eltern ihm nicht ermöglichen konnten, war ein Studium. Trotzdem machte der Kaarster seinen Weg. Nach der Volksschule begann er mit dem Naheliegenden: einer Ausbildung zum Molkereimeister. Damals gab es in jedem Dorf eine Molkerei, doch er wollte eine leitende Position. Deshalb machte der junge Thissen zusätzlich eine Ausbildung zum Bilanzbuchhalter an der Abendschule.

Über mehrere Stationen übernahm der 72-Jährige 1996 die Geschäftsführung der Kreiswerke Grevenbroich. Berufsbegleitend setzte er sich bei der IHK für die Ausbildung junger Menschen zum Großhandels- und Industriekaufmann ein und war dort auch Prüfungsvorsitzender. "Junge Menschen liegen mir am Herzen, ich nehme Anteil an ihrer persönlichen Entwicklung, so wie mein Chef damals bei mir", sagt Thissen, der 2006 in Pension ging.

Die Pensionierung war für ihn jedoch kein Grund sich auszuruhen. Als Spieler und Trainer baute er die Handball-Abteilung des VFR Büttgen mit auf. Er hat bis heute einen gültigen Trainerschein, ist noch als Schiedsrichter aktiv und zudem Vorsitzender im Stadtsportverband. "Sport, vor allem Teamsport, muss für Jugendliche frei zugänglich sein, damit sie soziale Fähigkeiten erlernen und nicht sinnlos auf der Straße oder vor dem Fernseher rumhängen.

Sport formt den Menschen", sagt Thissen. Seit 1972 ist er im Abteilungsvorstand des Kaarster Tennisclubs und beschreibt dies als Grund für seinen Einstieg in die Politik: "Wegen des Tennisbooms in den Siebzigern hatten wir zu wenig Plätze für die ganzen Interessenten. Deshalb mussten einige Mitglieder des Clubvorstands in die Politik gehen und wir haben schließlich auch gewonnen: Wir durften zwei weitere Tennisplätze bauen." Doch dieser Erfolg war für den 72-Jährigen kein Grund, sich aus der Politik wieder zurückzuziehen und so ist er seit 1979 im Rat der Stadt Kaarst, finanzpolitischer Sprecher und Vorsitzender des Stadtmitteausschusses der CDU-Fraktion.

Seit 2003 ist Thissen auch im Vorstand der katholischen Kirchengemeinde tätig. Was ihm neben vielen anderen ehrenamtlichen Aufgaben sehr am Herzen liegt, ist die Senioren Union Kaarst. "Das Ziel ist es, Senioren Freude, Frohsinn, Geselligkeit und Freundschaft zu bieten. Aber auch, die Kommunikation zwischen alten und jungen Menschen zu fördern. Das ist meiner Frau und mir sehr wichtig."

(NGZ/rl)