Kaarst: Eltern wollen privaten Schulbus

Kaarst: Eltern wollen privaten Schulbus

Mütter und Väter der GGS Büttgen haben sich mit der Stadt zusammengesetzt und einen Kompromiss ausgehandelt: Eltern, deren Kinder künftig keinen Anspruch auf Schulbusbeförderung haben, könnten sich in diese "einkaufen".

Die Änderungen im Schulbusverkehr sind kein Büttgener, sondern ein gesamtstädtisches Aufregerthema, und das war vielen Grundschulkind-Eltern bislang offenbar noch gar nicht bewusst.

Seit Freitag sind sie im Bilde, denn da haben all jene Eltern Post von der Verwaltung erhalten, deren Töchter und Söhne bisher mit dem von der Stadt gestellten Schulbus zur Schule gebracht wurden, ohne einen entsprechenden Anspruch nach der Schülerfahrtkostenverordnung oder eine von der Schule ausgestellte Schulbusfahrkarte zu haben. Nach den Sommerferien wird das anders sein.

Dann werden nur noch die Schüler kostenlos befördert, die darauf auch ein Recht haben. Alle anderen müssen sehen, dass sie sich anders organisieren.

Fakt ist: Um Geld zu sparen, hat der Rat im Dezember vergangenen Jahres entschieden, dass der Schulbusspezialverkehr neu ausgeschrieben wird und künftig nur noch Kindern mit Anspruch auf Fahrtkostenübernahme zugutekommt. Das bedeutet, sie wohnen mindestens zwei Kilometer von der nächstgelegenen Schule entfernt oder sie besuchen aufgrund ihres religiösen Bekenntnisses die katholische Grundschule. Im diesem Fall ergibt sich der Anspruch, weil es in Kaarst nur eine katholische Bekenntnisschule gibt.

Allein für rund 70 Kinder aus Driesch, Vorst und Holzbüttgen, die derzeit die Gemeinschaftsgrundschule an der Römerstraße besuchen, heißt das: kein Schulbus mehr, obwohl der für Schüler der katholischen Grundschule nach wie vor fährt. Das finden die betroffenen Eltern der GGS Büttgen ungerecht.

Sie haben eine Initiative gegründet und sich mit der Verwaltung zusammengesetzt. Rund 50 Mütter und Väter aus ganz Kaarst haben sich am Dienstag bei einem Elternabend über die ausgehandelte private Schulbus-Übergangslösung informiert.

Der Kompromiss mit der Stadt sieht im Wesentlichen Folgendes vor: Eltern, deren Kinder künftig keinen Anspruch auf Schulbusbeförderung haben, könnten sich für einen Betrag von rund 30 Euro pro Kind und Monat für ein halbes oder ein ganzes Jahr in den Schulbustransport "einkaufen". Die Stadt, heißt es, stockt einen gewissen Betrag auf. Das Angebot gilt allerdings nur für Schüler der zweiten bis vierten Klasse. Erstklässler dürfen nur dann mitfahren, wenn es ein älteres Geschwisterkind an derselben Schule gibt. Das hat die Verwaltung so entscheiden, weil der Schulbustransport auf lange Sicht auslaufen soll.

Vorverhandlungen mit dem Busunternehmen hat es bereits gegeben. Peter Ganz von der Elterninitiative der GGS Büttgen sagt: Der Unternehmer fordere rund 50 verbindliche Anmeldungen. Gezahlt werden muss im Voraus. Die Elterninitiative würde einen an den Förderkreis Holzbüttgen angegliederten Verein gründen, um als Vertragspartner auftreten zu können.

(NGZ/rl)