Kaarster Johanniter Azubi-Koordinatorin kümmert sich um den Pflegekräftenachwuchs

Kaarst · Die Pflege ist ein hochaktuelles Thema: Oft stehen die Arbeitsbedingungen im Fokus. Interessant sind die Menschen, die sich trotz der gegenwärtigen Situation für den Beruf entscheiden. Und um die kümmert sich bei den Kaarster Johannitern Elisabeth Schmücker.

Elisabeth Schmücker unterstützt die Auszubildenden am Johanniter-Zentrum Kaarst als Ansprechpartnerin.

Elisabeth Schmücker unterstützt die Auszubildenden am Johanniter-Zentrum Kaarst als Ansprechpartnerin.

Foto: Wolfgang Walter

Die Pflege ist ein hochaktuelles Thema in unserer Gesellschaft: Man denke an die Menschen, die von ihrem Balkon aus für die Helden in der Corona-Krise klatschten, oder an die Pfleger, die für bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße gingen. Interessant sind vor diesem Hintergrund die Menschen, die sich trotz oder gerade wegen der gegenwärtigen Situation für den Beruf des Pflegers entschieden haben. „Man darf sich nichts vormachen, Pflege ist physisch und psychisch herausfordernd“, sagt Markus Fritsch, der Einrichtungsleiter am Johanniter-Zentrum Kaarst ist.

Umso wichtiger ist für den Nachwuchs eine gute Betreuung. Bei den Kaarster Johannitern liegt diese Verantwortung in den Händen von Elisabeth Schmücker. Sie ist für die großen und kleinen Nöte der Auszubildenden da und beantwortet Fragen zur Prüfung oder auch zum Jobticket.

Von Haus aus ist Schmücker Gesundheits- und Krankenpflegerin. Nach ihrer Ausbildung hat sie Weiterbildungen zur Palliativ Care, Pain Nurse und zum Praxisanleiter absolviert. Damit ist ihre Fortbildung allerdings nicht abgeschlossen, da Praxisanleiter seit 2020 jedes Jahr zu einer Rezertifizierung im Umfang von 24 Stunden verpflichtet sind. Bei den Johannitern in Kaarst arbeitet sie seit fast zehn Jahren, Ausbildungskoordinatorin ist Schmücker seit etwa zwei Jahren.

Zu ihren Aufgaben zählt auch der Besuch von Schulen, „um den Beruf der Pflege schmackhaft zu machen“, so Schmücker. Auch am Johanniter-Zentrum Kaarst macht sich ein Fachkräftemangel bemerkbar. „Wenn ich meine Mitarbeiter frage, was ihnen am meisten fehlt, nennen sie die Bezahlung nur auf Platz zwei, auf Platz eins steht immer: Wir wollen mehr Stellen, dass wir morgens nicht mit fünf Mann für 40 Bewohner da sind, sondern mit acht Mann“, erzählt Fritsch.

Momentan hat das Johanniter-Zentrum Kaarst acht eigene sowie einige externe Auszubildende. Der häufigste Fehler der Auszubildenden sei es, bei Problemen nicht sofort das Gespräch zu suchen. Und was war ihr eigener größter Fehler als Azubi? „Der Oberschwester keine Paroli zu bieten“, sagt Schmücker rückblickend und fügt hinzu: „Als Auszubildender wurde man  für Putzarbeiten abbestellt, da hätte ich mehr meinen Mund aufmachen sollen.“

Das Schönste an ihrer Arbeit sei es, die Auszubildenden in den drei Jahren zu begleiten. „Es ist schön, diese jungen oder auch schon älteren Menschen richtig wachsen zu sehen“, erzählt Elisabeth Schmücker.

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