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Kaarst: Eine Schule zieht um

Kaarst : Eine Schule zieht um

Mittwoch beginnt für die Schüler und Lehrer der GGS Büttgen eine neue Zeit. Erstmals werden der katholische und der nicht konfessionelle Teil unter einem Dach unterrichtet. Noch herrscht an der Lichtenvoorder Straße Chaos.

Irgendetwas ist immer doppelt. Wenn einer um-, beziehungsweise einzieht und zwei Haushalte zusammenkommen, dann gibt es zwangsläufig von vielem mehr als nur ein Exemplar. In diesem Fall ist es ein Torso aus Plastik, den Lehrerin Regina Dixius aus einem der noch unausgepackten Umzugskartons im Lehrerzimmer fischt: Es gibt ihn in groß und es gibt ihn in klein, und einer steht bereits oben im Lehrerzimmerregal.

Die in dieser Woche am meisten gestellte Frage im aus- beziehungsweise umgebauten Schulgebäude an der Lichtenvoorder Straße lautet folglich: Wohin jetzt damit? In Büttgen herrscht klassischer Umzugsstress.

Nach gut zwei Jahren wächst dort nun zusammen, was eigentlich schon seit dem 1. August 2009 zusammengehört. Damals wurden die beiden Grundschulen im Ortsteil organisatorisch zu einer Schule mit katholischem Teilstandort zusammengelegt. Seither wird auf dem Gelände an der Lichtenvoorder Straße gebaut und saniert. Am Mittwoch soll der neue Ogata-Bereich seinen Betrieb aufnehmen. Dann geht für 185 Schüler der Gemeinschaftsgrundschule, 104 Kinder des katholischen Teilstandorts, 14 Lehrer und zwei Referendare der gemeinsame Schulalltag los.

Ruth Schneider wird die Leiterin der GGS Büttgen sein, Angelika Menzel-Trojahn ihre Stellvertreterin. Die Stundenpläne erstellt Schneider für das komplette Kollegium, also sowohl für den katholischen als auch für den Montessori orientierten Gemeinschaftsgrundschulteil.

"Für die Schüler des katholischen Teilstandorts gelten selbstverständlich auch weiterhin einige Besonderheiten", sagt sie. "Es gibt zum Beispiel fest vorgeschriebene Rituale wie das morgendliche Beten oder die Teilnahme an der Fronleichnamsprozession." Was den Kernlehrstoff betriff, soll es dagegen keine Unterschiede zwischen "Alteingesessenen" und Zugezogenen geben. In einigen Fächern, in Sport und Musik zum Beispiel, werden deshalb auch die Lehrkräfte untereinander ausgetauscht. "Außerdem", sagt Schneider, "arbeiten wir an einem gemeinsamen Schulprogramm."

Vorher muss aber erst noch eingezogen werden. 30 Umzugskartons pro Klasse, sagt Regina Dixius, haben die ehemaligen Römerstraßen-Lehrer zusammengepackt — obwohl im Vorfeld schon aussortiert wurde. Der größte Teil ist noch unausgeräumt. Um bis Mittwoch fertig zu werden, sind alle eine Woche früher aus den Ferien zurückgekommen. Hausmeister Johann Karp und Mitarbeiter des Bauhofs haben von morgens bis abends geschuftet und geschleppt. "Bis zur nächsten Woche", sagt Ruth Schneider, "werden wir auf jeden Fall fertig. Alle packen mit an." So, wie sich das gehört — in einer vernünftigen Wohngemeinschaft.

(NGZ/rl)