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Kaarst: Ein neues Zuhause in Büttgen

Kaarst : Ein neues Zuhause in Büttgen

Britta und Kimmo Vallema sind mit ihren Kindern von Neuss nach Büttgen gezogen. Als Wohnort im Grünen steht das Runddorf vor allem bei Familien hoch um Kurs. In einer Serie erklärt die NGZ in den kommenden Wochen, was das Leben in den fünf Kaarster Stadtteilen besonders macht.

Wer in Büttgen lebt, nennt sich nicht Büttgener — er ist "Büttscher". Dazu zählt seit kurzem auch die Familie Vallema. Sie zog Ende März nach Büttgen an die Franziskanerstraße. Dort haben Britta und Kimmo mit ihren Kindern Lotte (8 Jahre), Lasse (6) und Janna (3) jetzt ihr neues Zuhause. Die Familie, die einige Jahre in Amsterdam und zuletzt in Neuss gelebt hat, tauscht die Großstadt gegen das Dorf. "Hier können die Kinder auf der Straße spielen und in Ruhe mit dem Fahrrad fahren. Das ist ein enormer Zuwachs an Lebensqualität", sagt Britta Vallema.

Ihr Nachwuchs findet in dem Neubaugebiet viele Spielgefährten, denn bereits jetzt leben dort rund 20 Kinder. Nach den Sommerferien bekommen Lotte und Lasse neue Klassenkameraden an der Grundschule Budica. "Sie besuchen beide den katholischen Zweig. Das war uns sehr wichtig", sagt Britta Vallema. Dementsprechend sind die Eltern froh, dass zum neuen Schuljahr doch wieder eine katholische Klasse eingerichtet wird. ABC-Schütze Lasse freut sich vor allem auf den Matheunterricht, Lotte hat von ihren neuen Mitschülern in der dritten Klasse bereits eine Postkarte mit der Nachricht bekommen, dass sich alle auf sie freuen. Nesthäkchen Janna besucht nach den Ferien den katholischen Kindergarten St. Aldegundis, nur einen Steinwurf von ihrem Zuhause entfernt.

Selbst mit dem Neubaugebiet an der Hubertusstraße wächst Büttgen nicht über seine Ortsgrenze hinaus. Es behält seine typische Form des Runddorfs. Kimmo Vallema ist ein Freund kleiner Ortschaften, ist in seiner Heimat Finnland selbst im dörflichen Umfeld aufgewachsen. "Wir finden hier alles, was wir für den alltäglichen Bedarf brauchen", sagt der 41-Jährige. Rund um den Rathausplatz bekommen sie Schulhefte für die Kinder, Brötchen vom Bäcker, Frisches vom Wochenmarkt und auch Bedarf fürs Fahrrad. Wobei: Das holländische "Bakfiets", mit dem Familie Vallema Ausflüge unternimmt, hat womöglich auch der örtliche Fahrradhändler noch nie gesehen. Zwischen Lenker und Vorderrad ist eine große Kiste angebracht, in der alle drei Kinder Platz finden. Mit diesem Kistenfahrrad geht es dann vielleicht zum Minigolf, ins Schwimmbad oder zur Eisdiele im Ortskern, wo im Schatten der St. Aldegundis-Kirche Eis geschleckt wird.

Dort, in der "guten Stube" zwischen Rathaus und Kirche, zelebrieren Büttgens St.-Sebastianus-Schützen zu ihrem Heimatfest den Großen Zapfenstreich. Während Britta Vallema mit dem Schützenbrauchtum aufgewachsen ist, ist für Kimmo der Anblick von Männern in Uniform, mit Gewehr oder Blumenhorn, noch etwas befremdlich. "In Finnland gibt es so etwas nicht. Bei uns wird das Midsommerfest groß gefeiert", sagt er. Außerdem zeichnet sich seine Heimat durch außergewöhnliche Weltmeisterschaften wie Handyweitwurf oder Ehefrauentragen aus.

(stef)