Reise nach Nordkorea: Ein Kaarster in Nordkorea

Reise nach Nordkorea: Ein Kaarster in Nordkorea

Patrick Schappert war im Abstand von fünf Jahren zwei Mal in Nordkorea: Ein fernes Land im Umbruch.

Wenn es sich der amerikanische Präsident Donald Trump nicht kurzfristig anders überlegt, findet heute ein historisches Treffen zwischen ihm und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un statt. Es ist auch deshalb so brisant, weil Nordkorea ein Land ist, über das viel spekuliert wird, von dem aber nur selten nach außen dringt, wie es dort wirklich zugeht.

Einer, der zumindest einen Einblick bekommen hat, ist der Kaarster Patrick Schappert. Bereits zwei Mal war er in Nordkorea, hat dort Fotos und Videoaufnahmen gemacht und zeigt diese in seiner Heimat auf großer Leinwand. Nordkorea ist aber alles andere als ein typisches Ferienreiseziel. „Ich habe vor sechs Jahren gelesen, dass man nach Nordkorea reisen kann. Und da ich reiseaffin und dazu ein politischer Mensch bin, hat es mich interessiert“, sagt der 53-Jährige.

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Angst habe er keine gehabt, was auch nicht nötig sei, sofern man sich an das halte, was erlaubt ist. Was das ist und dass man sich daran hält, dafür sorgen immer mindestens zwei abgestellte Reiseleiter, die die komplette Tour begleiten. Es gibt verschiedene Ausflüge, die man über eine skandinavische Agentur buchen kann. „Das ist alles sehr unkompliziert. Die Einreise ist leichter als in die USA“, sagt Schappert. Ist man einmal angekommen, folgt ein straffes Programm – von 7 bis 22 oder 23 Uhr. Viel Zeit für unzählige Eindrücke. Über 800 Fotos hat Schappert von seiner Reise mitgebracht. Wer denkt, das sei nicht erlaubt, der irrt. Schappert meint: „Der Machthaber möchte sein Land nach außen positiv präsentieren und die Menschen sind auch stolz auf das, was sie haben. Zum Beispiel auf ihr Bildungssystem. Fotos sind also erwünscht.“ Sofern man das Richtige fotografiert. So ist es etwa nicht gestattet, „unschöne“ Baustellen abzulichten. Auch auf so etwas achten die Reiseleiter. Handys müssen bei der Einreise abgegeben und dürfen auch erst wieder nach verlassen des Landes in Betrieb genommen werden. Dann werden auch Fotos kontrolliert – und gelöscht, wenn sie nicht genehm sind.

Journalisten sind in Nordkorea weniger willkommen. „Das hängt mit der negativen Berichterstattung zusammen“, sagt Schappert. Er sei keinesfalls Befürworter dieses Regimes, aber durch seine Reisen betrachte er das Land differenzierter. Zwischen seinen beiden lagen fünf Jahre, in denen sich viel verändert habe. Schappert glaubt: „Ein solches Regime kann sich nicht lange halten. Ich glaube, das hält keine zehn Jahre mehr.“ Das heutige Treffen ist ein Schritt in Richtung westliche Welt. Schapperts letzte Reise ist ein Jahr her, in vier Jahren möchte er wieder hin und sehen, was sich in der Ferne getan hat.

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