Germanistik-Professor Manfred Windfuhr wurde 70: Ein Germanist durch und durch

Germanistik-Professor Manfred Windfuhr wurde 70: Ein Germanist durch und durch

Kaarst. Wo sonst als im Heinrich-Heine-Institut in der Bilker Straße in Düsseldorf hätte Professor Dr. Manfred Windfuhr geehrt werden können an dem Tag, als er sein 70. Lebensjahr vollendete? Denn der in Kaarst lebende Germanist ist ein international renommierter Heine-Forscher und Herausgeber der historisch-kritischen Heine-Ausgabe.

Kaarst. Wo sonst als im Heinrich-Heine-Institut in der Bilker Straße in Düsseldorf hätte Professor Dr. Manfred Windfuhr geehrt werden können an dem Tag, als er sein 70. Lebensjahr vollendete? Denn der in Kaarst lebende Germanist ist ein international renommierter Heine-Forscher und Herausgeber der historisch-kritischen Heine-Ausgabe.

Auch wenn Windfuhr schon seit Jahren in Kaarst wohnt, dort die Kunstausstellungen im Rathaus besucht, häufiger Gast in der Neusser Stadtbibliothek ist, ebenso nie das Shakespeare-Festival im Neusser Globe-Theater auslässt und sich seinem Schüler, dem Neusser Autor Dr. Jürgen Seidel verpflichtet fühlt, ist er besonders der Stadt Düsseldorf verbunden. Geboren ist Manfred Windfuhr am 24. Oktober 1930 in Lennep. Er kam Mitte der 60-er Jahre nach Düsseldorf, als sich die Landeshauptstadt entschloss, ihrem großen Sohn Heinrich Heine endlich ein Denkmal zu setzen.

Im Verbund mit Hamburg, Heines Hausverlag Hoffmann und Campe und der Deutschen Forschungsgemeinschaft sollte eine Historisch-Kritische Heine-Ausgabe gefördert werden. Als Herausgeber fiel die Wahl auf den damaligen Assistenten und Habilitanden in Heidelberg. Windfuhr hatte bereits vor Heine eine andere mit Düsseldorf verbundene Persönlichkeit analysiert: Karl Immermann. Doch zunächst folgte Windfuhr einem Ruf an die Bonner Universität, bevor er nach Düsseldorf überwechselte.

  • Mann aus Kaarst muss ins Krankenhaus : Fußgänger bei Verkehrsunfall schwer verletzt

Innerhalb von 30 Jahren, mit rund 100 Mitarbeitern und einem Etat von 11,4 Millionen Mark, erschloss Professor Windfuhr in 16 Bänden die Texte Heines im Kontext seiner Zeit. 1997, pünktlich zum Festjahr 200 Jahre Heinrich Heine, war die Ausgabe abgeschlossen. Seine frühere Assistentin, Professor Dr. Gertrude Cepl-Kaufmann, rühmt an der Heine-Ausgabe Windfuhrs "fundierten Kommentar, die Sorgfalt der Quellenrecherche und die Akribie, mit der die Handschriften gesichtet wurden".

Der Germanist an der Heinrich-Heine-Universität hat sich bescheiden und zurückhaltend eingebracht, als er in der Gründungsphase der Philosophischen Fakultät der Düsseldorfer Universität an den Niederrhein wechselte. Seine Antrittsvorlesung hielt er über "Rheinische Sozialkritik von Spee bis Böll." Eine seiner schönsten Erfahrungen nennt er die Zusammenarbeit mit seinen Studenten und Doktoranden. Ein Oberseminar im Hinterhofhaus des Heine-Instituts hält der 70-jährige heute noch ab. hb

Mehr von RP ONLINE