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Kaarst: DSL-Netz: Vorst wartet weiter

Kaarst : DSL-Netz: Vorst wartet weiter

Gerüchte um die Verlegung eines Glasfasernetzes in der Ortsmitte haben den Vorstern wieder Hoffnung auf einen Breitbandausbau gemacht – umsonst. Auch Holzbüttgen ist nach wie vor vom schnellen Internet abgeschnitten.

Es gibt Gerüchte. Darüber, dass die Telekom in der Vorster Ortsmitte Glasfaserkabel verlegt hat. Mehrere Bürger wollen in einem offenen Loch in der Straße entsprechende Kabelstränge entdeckt haben. Jedenfalls keimte mit den Vermutungen auch wieder die Hoffnung – auf ein blitzschnelles Internet im diesbezüglich bislang unterversorgten Vorst. Die Telekom allerdings macht der schönen Aussicht vorerst ein Ende: "Das Glasfaserkabel ist ein Fernkabel, das für den Breitbandausbau nicht zur Verfügung steht", sagt Standortmanager Gregor Theißen. Und auch Wirtschaftsförderer Dieter Güsgen klingt resigniert, wenn er sagt: "Was dieses Thema betrifft, drehen wir uns ständig im Kreis."

Stand der Dinge ist also nach wie vor dieser: Wer auf der falschen Seite des Nordkanals zu Hause ist, hat Pech, zumindest, wenn es um das Thema DSL-Breitbandversorgung geht. Holzbüttgen und Vorst sind vom schnellen Internet abgeschnitten, weil die Stadtteile zu weit entfernt von den Hauptverteilern in Kaarst und Büttgen liegen. Dabei sah im Dezember 2009 alles so gut aus. Damals hatte die Telekom in Vorst und Holzbüttgen eine Leerrohrtrasse gefunden, innerhalb derer die Leitungen für ein schnelles Internet hätten verlegt werden können.

"Seinerzeit", sagt Güsgen, "sind wir davon ausgegangen, dass die Tiefbauarbeiten das Teuerste sind". Die Telekom machte ein Angebot in Höhe von 100 000 Euro. Einen Teil der Kosten wollte die Verwaltung mit Mitteln – 30 000 Euro – aus dem Konjunkturpaket II begleichen. Deshalb galt es, einige Formalitäten zu erledigen: Ein Interessenbekundungsverfahren in Form einer Unterschriftensammlung, an der sich 600 Bürger beteiligten, und eine öffentliche Ausschreibung fanden statt. "Kaum war die Ausschreibung draußen, verdreifachte sich das Angebot der Telekom", sagt Güsgen. Auch andere Anbieter waren kaum günstiger. "Wir haben mit allen Netzbetreibern gesprochen", betont der Wirtschaftsförderer. Die Höhe der Deckungslücke zwischen den Angeboten und den finanziellen Ressourcen der Stadt verändere sich offenbar ständig mit dem Marktwert der Neukunden. Hoffnung, so Güsgen weiter, habe sich die Stadt bis jetzt auch in Bezug auf ein Glasfasernetz-Pilotprojekt der Telekom gemacht. "Gesucht wurden mittelgroße Modellstädte. Leider haben wir gerade erfahren, dass Kaarst nicht dabei ist."

Für Güsgen ist das durchaus ein Problem. "Nicht nur die Bürger, vor allem auch die Unternehmen brauchen ein schnelles Netz", sagt er. "Für Holzbüttgen habe ich Hoffnung, dass Ikea eine Leitung verlegt. Damit ist aber Vorst noch nicht geholfen." NGZ-Leser Dirk Rzehulka regt an, über einen Bürgerkredit nachzudenken.

(NGZ)