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Drive-in-Comedy in Kaarst: Ingo Appelt überzeugt als „Powerplauderer“

Drive-in-Comedy in Kaarst : Ingo Appelt überzeugt als „Powerplauderer“

Ingo Appelt war begeistert von der Kaarster Erfindung „Drive-in-Comedy“. Und die Fans dürften von ihm begeistert gewesen sein. Denn wenn jemand in trüben Zeiten die Menschen aufheitern kann, dann er. 95 Minuten langmachte der Powerplauderer Programm.

Immer wieder ist die Corona-Krise ein Thema. Ob Covid und Corona in der Zeit danach zu beliebten Vornamen für Neugeborene werden? Das langjährige SPD-Mitglied wird immer wieder politisch, bleibt dabei locker, wirkt nicht so, als wolle er belehren. Unterhaltsam zu sein, scheint ihm zu reichen.

Trotzdem trifft er oft ins Schwarze. So vergleicht er Norbert Walter-Borjans mit einem Pfarrer, der zur letzten Ölung ins Hospiz kommt. Und Saskia Eskens kommt ihm so vor, als habe sie die Giftspritze dabei. Er erinnert sich an Zeiten, als man als SPD-Mann in Bayern mit dem SPD-Parteibuch auf dem Behindertenparkplatz stehen konnte. Wie schlecht das Image des Politikers derzeit ist, bringt er auf den Punkt: „Wenigstens ist aus dem Mädel was geworden“, kriegt ein Vater zu hören, dessen Sohn in die Politik und dessen Tochter auf den Strich geht. Und seine Partei beschreibt er als eine Säuferpartei, die nicht mehr systemrelevant ist.

Wer zu Ingo Appelt geht, weiß, dass sein Humor immer wieder mal gerne unterhalb der Gürtellinie angesiedelt ist. Lachen muss man trotzdem drüber. Zwei Kostproben: „Ich habe wegen Corona einen so großen Abstand von meiner Frau gehalten, dass ich bei meiner Nachbarin gelandet bin.“ Mitleid hat Appelt auch mit Singles, die in Corona-Zeiten kaum Kontaktmöglichkeiten haben: „Das ist ein schweres Los, sozusagen ein Rubbellos.“ Ach ja: Egal, ob Helmut Kohl, Udo Lindenberg oder Herbert Grönemeyer – Appelt ist auch ein begnadeter Parodist.