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Kaarst: Driescher Kirschen vom Bauern

Kaarst : Driescher Kirschen vom Bauern

Die Familie von Rainer Coenen betreibt Kaarsts kleinstem Ortsteil seit 1929 einen Hof. Die Entwicklung von einem "Teil Büttgens" zu einer wachsenden, für sich stehenden Ortschaft sieht der Landwirt positiv.

Er ist Kaarsts kleinster Stadtteil: In Driesch gibt es eine Bushaltestelle und einen kleinen Park mit Spielplatz, keine Ortsmitte mit Geschäften und keine Gastwirtschaft mehr. Landwirt Rainer Coenen sieht's positiv und fühlt sich wohl: "Wir sind hier doch zentral gelegen. Die Wohnlage ist sehr schön, mitten im Feld", sagt er. Die Familie Coenen betreibt hier seit 1929 einen Hof.

Wilhelm Coenen, Großvater des heutigen Eigentümers, siedelte damals von Vorst um an den Ortsrand von Driesch. In den 1950er Jahren gab es im Ort 17 Bauernhöfe, heute sind es noch drei. "Driesch befindet sich in einem Strukturwandel", sagt Rainer Coenen. Früher noch als Teil des Dorfs Büttgen angesehen, hat es sich spätestens seit der Gründung einer eigenen Schützenbruderschaft, den St.-Aldegundis-Schützen 1958, zu einer für sich stehenden Ortschaft entwickelt. Traditionell feiert Driesch am Wochenende zu Christi-Himmelfahrt sein Heimatfest mit Kirmes.

Zuletzt haben sich viele junge Familien dazu entschieden, am Haindörnchen ein neues Eigenheim zu beziehen. "Ich finde es in Ordnung, dass Driesch weiter wächst", sagt der Landwirt. Das Bild des Neubaugebiets ist geprägt durch eine individuelle Bauweise der Häuser. Bereits heute wohnen allein dort 25 Kinder. Treffpunkt ist der neue Spielplatz, der durch das Engagement der Anwohner nun zu einem der schönsten im ganzen Stadtgebiet gehört. Die Väter griffen ein Wochenende lang zur Schaufel und errichteten eine Hügellandschaft. Durch Sponsorensuche konnte das Budget der Stadt aufgestockt werden – für eine Schaukelkombination, ein Balancierseil und die Spielanlage "Dorfplatz Ernest".

Mit der Buslinie 860 kann der Driescher zur S-Bahn nach Büttgen oder über Vorst bis in die Stadtmitte Kaarst fahren. Wer frisches Obst und Gemüse braucht, Kartoffeln oder Blumen, muss aber nicht unbedingt in den Nachbarort, er bekommt es fußläufig im Hofladen von Rainer Coenen. Der 43-Jährige pflanzt auf seinen Feldern viele Kulturen. Eine Spezialität sind seit Generationen die Rosen, seit kurzem fährt er auch die Ernte von Kirschen ein. Gleich zehn Sorten züchtet er auf 4000 Quadratmetern. Für den Anbau traf der Landwirt deshalb bauliche Vorkehrungen. Über den Pflanzen in 4,50 Meter Höhe rollt er eine Gewebefolie aus. "Im Frühjahr schützt sie die Blüten vor Frost, während der Erntezeit vor Fäulnis und Regen. Dadurch können sie ihr Aroma bis zur Vollreife entwickeln", so Coenen. Bestäubt werden die Pflanzen durch Bienenvölker und Hummeln. Für eine lange Erntephase bis Mitte August züchtet der Landwirt Früh- wie Spätsorten der Kirschen. Daneben haben in diesen Wochen auch Erd- und Himbeeren Hochsaison. Die Kartoffelernte beschäftigt den Bauern den ganzen Sommer durch.

(stef)