Kaarst: Drei Jahre Haft für Kiosk-Raub

Kaarst : Drei Jahre Haft für Kiosk-Raub

Weil er gemeinsam mit einem 17 Jahre alten Komplizen aus Kaarst einen Kiosk an der Neusser Straße überfallen hat, muss ein 18 Jahre alter Berufsschüler für knapp drei Jahre in Haft. Die Kiosk-Inhaberin leidet bis heute.

Nach einem Raubüberfall auf einen Kiosk an der Neusser Straße in Kaarst muss ein 18 Jahre alter Berufsschüler jetzt für knapp drei Jahre in Haft. Das Neusser Amtsgericht verurteilte den gebürtigen Iraner wegen räuberischer Erpressung zu zwei Jahren und acht Monaten Jugendstrafe. Ein 17 Jahre alter Komplize kam deutlich glimpflicher davon. Der Schüler aus Kaarst erhielt ein Jahr und sechs Monate Jugendstrafe auf Bewährung.

Die Tat hatte das Duo im Januar dieses Jahres gemeinsam begangen — offenbar, um Drogenschulden zu begleichen. Gestern im Prozess am Neusser Amtsgericht legten beide ein Geständnis ab. Am Tattag habe man in der Wohnung der Mutter des Kaarsters Playstation gespielt und Pfannkuchen gegessen. Schnell sei das Gespräch auf Marihuana und die Schulden bei einem Drogendealer gekommen.

Daraufhin habe man sich entschlossen, den 800 Meter weit entfernten Kiosk zu überfallen. Mit Mützen auf dem Kopf und Schals vor Mund und Nase sowie mit zwei Küchenmessern in der Hand marschierten die beiden jungen Männer anschließend zu dem Geschäft. Der 18-Jährige bedrohte die Kiosk-Inhaberin mit seinem Messer und schrie "Geld raus!". Daraufhin händigte ihm die verstörte Frau gut 350 Euro aus, den beiden Räubern gelang die Flucht.

Nach Ermittlungen der Polizei wurde Wochen später zunächst der Schüler aus Kaarst festgenommen. Er legte direkt ein Geständnis ab und benannte auch seinen Komplizen. Der muss nun für zwei Jahre und acht Monate in Haft. "Eine Bewährungsstrafe war nicht mehr drin", so Richter Heiner Cöllen. Der Mann sei bereits einschlägig wegen Raubes vorbestraft. Bei dem Raubüberfall auf den Kiosk habe es sich zudem um ein schlimmes Verbrechen gehandelt. "Beide haben schwere Schuld auf sich geladen." Die Kioskbesitzerin sei "wild entschlossen", ihre Existenz zu verkaufen, die Frau leide nach wie vor unter Angstzuständen und habe wochenlang nicht alleine in dem Geschäft arbeiten können." Der 17 Jahre alte Kaarster kam mit seiner Bewährungsstrafe deutlich glimpflicher davon. Er hatte bei der Tat lediglich "Schmiere" gestanden.

(NGZ/rl)
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